Prozesslandkarte als Basis paralleler, integrierter Produkt- und Produktionsentwicklung

Alternativantrieb für Transportfahrzeuge: Digital in NRW unterstützt e.GO REX

Was ist die Antriebstechnologie der Zukunft? Welche klimafreundlicheren Alternativen könnten Autos in Fahrt bringen? Ansätze und Bestrebungen gibt es viele – Hürden aber auch. So haben zum Beispiel batteriebetriebene Fahrzeuge oft nicht genügend Reichweite, während Wasserstoff-Autos sehr kostenintensiv sind. Darum arbeitet die e.GO REX GmbH an einer kombinierten Lösung: Das Unternehmen entwickelt einen wasserstoffbasierten Brennstoffzellen Range Extender für elektrobetriebene Transportfahrzeuge. Unterstützung bekommt das Start-up dabei von Digital in NRW.

@ e.Go Rex

Unkonventioneller Weg

Fahrt hat er schon aufgenommen, der Elektrokleinbus e.GO MOVER. Der von der e.GO MOVE GmbH produzierte Prototyp ist bereits in Pilotprojekten im Einsatz. In Zukunft soll er für den öffentlichen Personenverkehr oder gewerbliche sowie private Transportfahrten eingesetzt werden – möglichst mit dem Brennstoffzellen Range Extender der e.GO REX in seinem Inneren.

„Durch die intelligente Kombination der vorhandenen Batterie und unserem modularen Brennstoffzellen Range Extender erhöht sich die Reichweite des Elektrokleinbuses auf bis zu 400 Kilometer“, erklärt Dr. Jan-Philipp Prote, Geschäftsführer von e.GO REX. „Das ermöglicht einen unterbrechungsfreien Einsatz von über zehn Stunden. Bei der Entwicklung des Range Extenders bis zur Marktreife geht das junge Unternehmen einen unkonventionellen Weg: Die Mitarbeitenden – Experten im Bereich der Wasserstofftechnologie, der E-Mobilität, Fahrzeug- und Produktionstechnologie sowie Sondermaschinenbau – arbeiten parallel und integriert an Produkt und Produktion.

Analysieren, konzipieren, etablieren

„Hier setzt die Zusammenarbeit mit Digital in NRW an“, erläutert Shari Wlecke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am WZL der RWTH Aachen und Projektleiterin bei Digital in NRW. Nach einem Unternehmensbesuch und einer Potenzialanalyse stand schnell fest, wo die Unterstützung der Kompetenzzentrum-Experten ansetzen sollte: „Im Rahmen einer Umsetzungsbegleitung analysieren, konzipieren und etablieren wir gemeinsam mit dem Unternehmen die Prozesse, mit denen eine parallele und integrierte Umsetzung der Produkt- und Produktionsentwicklung stattfinden kann“, so Shari Wlecke.

Bis Ende August soll so eine Prozesslandkarte erarbeitet werden, die alle notwendigen Kern-, Management- und Unterstützungsprozesse übersichtlich abbildet. Auf diese Weise entsteht ein „Navigationsmittel“ im Unternehmen, das die Prozessabläufe, Anforderungen, Ansprechpartner, Dokumente und Antworten auf grundlegende Fragen für alle Beteiligten zusammenfast. Jeder einzelne notwendige Prozessschritt wird dokumentiert und kann leicht nachvollzogen werden.

Jeder Prozess wird dokumentiert

„Die Struktur der Prozesslandkarte steht mittlerweile“, gibt die Projektleiterin Einblick in den aktuellen Stand der Umsetzungsbegleitung. Vier Ebenen wurden bisher 14 Hauptprozesse zugeordnet, denen wiederum weitere Prozesse untergeordnet werden. Sie geben Antwort auf die entscheidenden Fragen: „Was macht wer mit wem, womit und wann? „Jeder einzelne Prozess wird dokumentiert“, so Shari Wlecke. „Aber natürlich ist das auch ein dynamisches Verfahren. Es ist wichtig, die Prozesslandkarte kontinuierlich an den Stand der Entwicklung anzupassen.“ Steht die Prozesslandkarte am Ende der Umsetzungsbegleitung, ist sie eine entscheidende Grundlage, um Produkt- und Produktionsentwicklung des Brennstoffzellen Range Extender gleichzeitig und erfolgreich voranzutreiben. „Auch, wenn die Thematik sehr komplex ist: In der Landkarte finden sich alle Prozesse und Beteiligten wieder“, ist Shari Wlecke sicher, die an einen pünktlichen Abschluss des Projekts bis spätestens September diesen Jahres glaubt: „Wir sind auf einem guten Stand und die Zusammenarbeit zwischen Digital in NRW und e.GO REX läuft optimal.“

@ e.Go Rex