PC statt Papier: Wecon GmbH digitalisiert Produktionsprozesse

Ascheberger Mittelständler nutzt Services von Digital in NRW

Hohe Kundenanforderungen, zunehmende Variantenvielfalt und starker Wettbewerb: Diesen Herausforderungen muss sich auch die Wecon GmbH stellen. Eine Antwort auf die zunehmende Komplexität von Anforderungen, Produkten und Prozessen liegt für den Ascheberger Spezialisten für Nutzfahrzeuge und Containertechnik in der Digitalisierung. Mit Unterstützung von Digital in NRW hat der westfälische Mittelständler diese weiter vorangetrieben und auf die Produktion übertragen.

Transparente Datengrundlage

Vernetzte Datenbanken, die miteinander kommunizieren. Eine zentrale Eingabemaske und digitale Ablage für alle Aufträge. Transparente Abläufe und eine umfangreiche Datenerfassung: In Sachen Digitalisierung war die Wecon GmbH schon vor der Zusammenarbeit mit Digital in NRW gut aufgestellt. „Ich fand es beeindruckend, wie transparent und sauber die Datengrundlage bei der Wecon GmbH bereits war“, erzählt Nazanin Budeus, Dipl.-Logistikerin am Fraunhofer IML und Mitarbeiterin von Digital in NRW. „Die fehlt in vielen Unternehmen, obwohl sie absolut notwendig ist, um weiterzukommen.“

Services für den nächsten Schritt

Wie die Wecon GmbH in Sachen Digitalisierung den nächsten Schritt machen konnte, haben die Expert:innen von Digital in NRW im Rahmen verschiedener Services gemeinsam mit dem Unternehmen erarbeitet: Ein Unternehmensbesuch, eine Potenzialanalyse sowie zwei Gestaltungsworkshops zeigten, dass insbesondere in der Digitalisierung der Produktion noch viel verborgenes Potenzial steckte. „Unsere Digitalisierungsmaßnahmen hörten in der Fertigung auf“, weiß auch Daniel Hemker, kaufmännischer Geschäftsführer bei Wecon.

Entscheidende Impulse

Statt digitaler Abläufe gab es in der Produktion noch viel Papier und keine PC-Arbeitsplätze. Wer Maße oder Zeichnungen brauchte, musste ins Büro, die entsprechenden Zeichnungen suchen und ausdrucken – erst dann konnte die Arbeit weitergehen. „Das war umständlich und zeitaufwändig. Und in diese Wunde haben die Expert:innen von Digital in NRW die Finger gelegt“, sagt Daniel Hemker, dankbar für die entscheidenden Impulse von Nazanin Budeus und ihrem Team: „Wenn der Schuh nicht drückt, ändert man auch nichts. Aber wenn man weiß, da gibt es ein Thema – dann setzt man sich dran. Für uns war das ein Ansporn, unsere Digitalisierungsmaßnahmen auch auf die Produktion auszuweiten.“

Weniger Papier, mehr Transparenz

Mittlerweile haben mehrere PC-Arbeitsplätze in den Fertigungshallen ihren Platz. An ihnen können die Mitarbeitenden direkt vor Ort auf alle Informationen und Zeichnungen zugreifen – aktuell aufbereitet und transparent. „Auf diese Weise konnten wir den Papierverbrauch deutlich reduzieren, da keine Fertigungsaufträge mehr ausgedruckt werden müssen“, so Jonathan Robers, der sich für die Umsetzung der vielen digitalen Ideen bei Wecon verantwortlich zeichnet. Auch ein eigenes Informationssystem für die Fertigung wurde etabliert: WILMA - das Wecon Informationssystem für Liefertermine, Material und Aufträge - ist direkt mit der zentralen Datenbank des Unternehmens verknüpft und ermöglicht eine transparente Fertigungssteuerung. Während die Vorgänger-Software sehr fehleranfällig, kompliziert und trotz zahlreicher Schulungen in der Belegschaft wenig akzeptiert war, sorgt die eigene Variante für mehr Produktivität und zuverlässige Abläufe.

Neues Ziel: permanente Inventur

„Das Unternehmen hat jeden unserer Impulse aufgegriffen und ist direkt in die Umsetzung gegangen“, freut sich Nazanin Budeus über die ergebnisreiche Zusammenarbeit. „Da der digitale Reifegrad und die Datenlage bei Wecon bereits sehr gut waren, mussten sie ihre Systemlandschaft nicht mehr „aufräumen“ und konnten von ihrer Vorarbeit profitieren.“ Auf diesem Erfolg ausruhen, möchte sich das Unternehmen allerdings nicht. Aktuell arbeitet Wecon an dem Aufbau einer permanenten Inventur: Fortlaufend und jeden Tag sollen dann Artikel gezählt und Bestandskorrekturen umgesetzt werden. „Das ist unser Ziel“, so Daniel Hemker. „Und durch die Digitalisierungsmaßnahmen, die wir in der Fertigung eingesetzt haben, können wir das jetzt auch erreichen.“

Richtige Daten – richtiges Ergebnis

Darüber hinaus möchte der Geschäftsführer auch die prozessbegleitende Digitalisierung stabiler und intuitiver gestalten, um das Arbeiten so einfach wie möglich zu machen und eine höhere Effizienz zu erreichen. Alles „wegdigitalisieren“ ist dabei aber nicht sein Ansatz. „Eines darf man nie vergessen: Es sind die Menschen, die damit arbeiten müssen. Und Digitalisierung funktioniert nur, wenn auch die Qualität der Daten stimmt. Nur dann erreicht man auch das richtige Ergebnis.“