GC-heat: Digitaler Schatten optimiert Produktion und Montage

Transferprojekt etabliert Konzept zur „Präventiven Prozessregelung“

© Digital in NRW

Unternehmensbesuch, Gestaltungsworkshop, intensiver Erfahrungsaustausch beim „Digitalen Auftragsdurchlauf“: Neu ist die Zusammenarbeit mit Digital in NRW für die GC-heat Gebhardt Gmbh & Co. KG nicht. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum hat der Hersteller elektrischer Heizelemente für den Maschinen- und Anlagenbau bereits einige Digitalisierungsmaßnahmen umgesetzt. Auch aktuell treibt das Unternehmen aus Waldbröl die Digitalisierung seiner Produktion weiter voran: Gemeinsam mit Digital in NRW arbeitet es an einem Transferprojekt zur „Präventiven Prozessregelung“.

Ziel: Digitaler Schatten der Produktion

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„Die Digitalisierung hat für uns im Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert“, betont Andreas Dieckmann, IT-Leiter bei GC-heat. „Wir treiben das Thema intensiv voran. Eine papierlose Fertigung ist unser Ziel – und das Transferprojekt ein wichtiger Schritt dahin. Die Datenaufnahme und -analyse sorgt für deutlich mehr Transparenz in der Produktion und wird uns auch kurzfristige und flexible Änderungen ermöglichen.“ Seit August 2019 arbeitet GC-heat mit dem Kompetenzzentrum am Aufbau und der Etablierung eines „Digitalen Schattens“ in Produktion und Montage, der in Zukunft eine genaue Prozessregelung ermöglichen, die Kosten- und Zeitkalkulation verbessern und die Produktivität steigern soll.

Relevante Prozessparameter und Produktionsdaten erfassen

„Produktionsdaten in hoher Qualität sind Voraussetzung für eine gelungene Digitalisierung“, weiß Daniel Buschmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen und Projektleiter des Transferprojekts bei Digital in NRW. „Relevante Prozessparameter sowie Liege-, Transport- Prüf- und Bearbeitungszeiten sollen über eine digitale Eingabe oder von einem Messgerät erfasst und dann ausgewertet werden, um die Plandaten in der Produktion kontinuierlich optimieren und anpassen zu können.“ So können Aufträge in Zukunft von der Beauftragung bis zur Auslieferung lückenlos nachverfolgt und anhand der Daten digital gespiegelt werden. Wichtig dabei ist, den Prozess möglichst genau abzubilden und bereits im Vorfeld den Detaillierungsgrad festzulegen: Welche Daten sollen erfasst werden? Wie genau? Und an welchen Bearbeitungsschritten? „Das Konzept muss sich sinnvoll und effektiv in den Arbeitsfluss integrieren lassen“, so Daniel Buschmann.

Prototyp entwickeln

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Um dieses Ziel zu erreichen, hat Digital in NRW Produktionsprozesse sowie die Produktionsumgebung analysiert, ein Soll-Konzept definiert und ein Technologie-Scouting zur digitalen Auftragslokalisierung durchgeführt. Gemeinsame Gestaltungsworkshops und Produktionsbesuche gaben den Experten von Digital in NRW zudem Einblicke in die Prozessabläufe und grundlegende Herausforderungen: So besteht die Fertigung der Heizelemente zum Großteil aus aufwändigen und anspruchsvollen Montageschritten, die eine hohe Spezialisierung der Mitarbeiter verlangen und mit einer intensiven Prüfung bei der Endabnahme abgeschlossen werden. Zudem fallen aufgrund kleiner Losgrößen auch viele verschiedene Prozessschritte in den für das Transferprojekt relevanten Pilotierungsbereich.

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„Es müssen viele unterschiedliche Varianten in der Produktion abgedeckt und Sonderfälle bei der Konzipierung berücksichtigt werden“, so Buschmann. „Aus diesem Grund entwickeln wir einen Prototyp für einen möglichst schwierigen Bereich, um dann in die Breite zu gehen und die Lösung für die gesamten Montagebereiche bei GC-heat zu generalisieren.“ Zurzeit läuft die Auswahl ebendieses Produktionsbereiches, dann folgt ein Konzept zur digitalen Auftragslokalisierung und Aufnahme von Produktionszeiten. „Über diese Daten erhalten wir dann ein Abbild der Produktion, das es uns ermöglicht, erste Abweichungen von Planungsparametern oder geplanten Abläufen identifizieren und untersuchen zu können“, erläutert Daniel Buschmann.

Mitarbeiter „mitnehmen“

Die größte Umstellung für das Unternehmen sieht Andreas Dieckmann in der Änderung der Prozessabläufe. „Wir müssen unsere Prozesse viel akribischer leben. Es darf nichts mehr am System vorbei passieren“, so der Projektleiter. „Und das kann nur funktionieren, wenn die Mitarbeiter mitziehen.“ Darum hat GC-heat die Belegschaft so früh wie möglich miteinbezogen und „mit auf die Reise genommen“, so Dieckmann. Die Resonanz auf das Projekt ist positiv: „Unsere Mitarbeiter erkennen die Vorteile, die mit der Einführung der präventiven Prozessregelung einhergehen.“

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Positiv verläuft auch die enge Zusammenarbeit zwischen Kompetenzzentrum und Unternehmen – da sind sich beide Seiten einig. „Die Kommunikation untereinander ist sehr gut und offen, die Arbeitsweise sehr lösungsorientiert“, so IT-Leiter Dieckmann, der sicher ist: „Mit diesem Projekt, das im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden soll, sind wir auf dem richtigen Weg.“