Demonstrationsfabrik Aachen rüstet Anlagen mit RNA IoT Connectbox aus

Pilotierung von Digital in NRW zeigt, wie leicht Retrofitting gelingen kann

Die Demonstrationsfabrik Aachen ist eine Demonstrations- und Lernumgebung mit einer Testinfrastruktur für Digitalisierungslösungen, die jährlich rund 15.000 Besucher anzieht. Die Rhein Nadel Automation GmbH (RNA) ist ein Aachener Mittelständler, der Zuführ- und Ordnungssysteme herstellt und großen Wert auf die kontinuierliche Digitalisierung seiner Prozesse legt. Zurzeit führen beide Betriebe ihre Kompetenzen zusammen: Seit 2020 arbeiten sie mit Digital in NRW an einem gemeinsamen Use Case für die Demonstrationsfabrik. Das Ziel der Pilotierung ist zu zeigen, wie auch aus alten Anlagen Echtzeitdaten gewonnen werden und im Sinne von Industrie 4.0 vernetzt genutzt werden können.

Sensoren sorgen für Datenerfassung

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„Wir möchten nicht nur deutlich machen, dass und wie Retrofitting funktioniert, sondern auch wie Daten einfach erfasst, gesammelt und genutzt werden können“, erläutert Jan Maetschke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am WZL der RWTH Aachen und Digital in NRW-Projektleiter der Pilotierung. An drei Maschinen der Demonstrationsfabrik soll daher zukünftig die IoT Connectbox von RNA zum Einsatz kommen. Die mobile Datenerfassung und IoT-Plattform sammelt über an den Maschinen installierte Sensoren flexibel Prozessdaten, die anschließend analysiert werden.

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„Zwei dieser Boxen haben wir mit einer Säge, einem Schleifer und einem Entgrater der Demonstrationsfabrik verbunden“, so Jan Maetschke. Rund zehn Sensoren wurden hierzu an den Anlagen angebracht, um diese aufzurüsten und fit für Industrie 4.0-Anwendungen zu machen. „Dabei beeinflusst die Integration der Sensorik die Betriebserlaubnis nicht. Sie greift nicht in die Regelung der Maschinen selbst ein“, erklärt der Projektleiter und räumt damit häufige Bedenken von Unternehmen aus.

Erkenntnisse zu Betriebs- und Verschleißverhalten

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Ist die Säge der Demonstrationsfabrik in Betrieb, messen ab sofort die Sensoren ihre Lage, die Zahl der Umdrehungen oder auch die Temperatur. Aus den erfassten Daten lässt sich so das Betriebs-, aber auch das Verschleißverhalten der Sägeblätter ablesen. „Zudem können wir feststellen, wie effektiv die Anlage genutzt wird. Maschinenstundensätze lassen sich auf dieser Basis klar berechnen – und das bringt eine transparente Kostenkalkulation mit sich“, nennt Jan Maetschke einen Vorteil, der aus dem Retrofitting der Anlage entsteht.

Auf der Zielgeraden

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Zurzeit ist die Pilotierung auf der Zielgeraden. Nach einem technischen Kick-off in der Demonstrationsfabrik, Zoom-Meetings der beteiligten Projektpartner, der Integration von Sensorik und Connectboxen und die Anbindung an die Software der Demonstrationsfabrik entsteht zurzeit noch ein digitales Dashboard über das die Rohdaten angezeigt werden. „Die Daten selbst werden per Mobilfunk an den Server von RNA geschickt“, erklärt Jan Maetschke. Wie einfach das funktioniert, sollen die Besucher der Demonstrationsfabrik dann ab Sommer 2021 auch live erleben können – entweder im Rahmen einer virtuellen Tour oder nach der langen Corona-Pause hoffentlich bald auch wieder persönlich.