Smartifizierung stellt Weichen für neue Geschäftsmodelle

Transferprojekt von Digital in NRW und topocare treibt Digitalisierung im Hochwasserschutz voran

Die Digitalisierung ist für Simon Jegelka aus dem Unternehmensalltag „nicht mehr wegzudenken“. Der Geschäftsführer der topocare GmbH, die Maschinen und Beratung zum Hochwasserschutz anbietet, setzt auf die kontinuierliche Entwicklung und Einführung digitaler Maßnahmen – und geht dabei auch neue Wege: Als erstes Unternehmen der Branche treibt topocare die Digitalisierung des Hochwasserschutzes voran. Im Rahmen eines Transferprojekts hat der Mittelständler aus Gütersloh gemeinsam mit Digital in NRW ein Konzept zur Smartifizierung einer Universalmaschine erarbeitet und so die Weichen für ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell gestellt.

Mehrwerte für Kunden schaffen

© topocare GmbH

Die Digitalisierung ist für Simon Jegelka aus dem Unternehmensalltag „nicht mehr wegzudenken“. Der Geschäftsführer der topocare GmbH, die Maschinen und Beratung zum Hochwasserschutz anbietet, setzt auf die kontinuierliche Entwicklung und Einführung digitaler Maßnahmen – und geht dabei auch neue Wege: Als erstes Unternehmen der Branche treibt topocare die Digitalisierung des Hochwasserschutzes voran. Im Rahmen eines Transferprojekts hat der Mittelständler aus Gütersloh gemeinsam mit Digital in NRW ein Konzept zur Smartifizierung einer Universalmaschine erarbeitet und so die Weichen für ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell gestellt.

Mit Daten zu neuen Services

© Digital in NRW

Aus Geotextilien – also Deichbautextilien – bestehen sandgefüllte Schläuche, die in Dämmen verarbeitet, aber auch für kurzfristige Hochwasserschutzmaßnahmen genutzt werden. Wo welches Material verbaut wird und zum Einsatz kommt, wird bei topocare aktuell noch manuell festgehalten. „Werden diese Eckpunkte zukünftig zusammen mit weiteren Daten des gesamten Prozessverlaufs digital erfasst und ausgewertet, spart das nicht nur Zeit, sondern ermöglicht auch eine transparente Dokumentation“, erklärt Stefan Leachu, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FIR e.V. der RWTH Aachen und im Projektteam von Digital in NRW. „Richtig ausgewertet und genutzt, können diese Daten die Grundlage für neue Serviceangebote sein.“ So unterstützen kontinuierliche Prozessparameter zukünftig vielleicht die Qualitätssicherung von Baumaßnahmen, Maschinendaten ermöglichen eine effizientere Planung im Fall von Überflutungen oder anhand der Daten in den Textilien zeichnet sich ab, wann welche Textilien nachgeliefert werden müssen. Um diese Zukunftsvisionen Wirklichkeit werden zu lassen, müssen die Maschinen und Produkte vernetzt, die Daten erfasst und ausgewertet werden. Die Basis hierzu hat das Transferprojekt mit Digital in NRW gelegt.

Vom Unternehmensbesuch zum Prototypen

© Digital in NRW

Den Anfang der Zusammenarbeit machte ein Unternehmensbesuch, bei dem erste Vorstellungen und Ziele formuliert wurden. Es folgten verschiedene Workshops – darunter ein Gestaltungsworkshop, bei dem auch mögliche Ansätze für zukünftige Geschäftsmodelle sowie eine Roadmap entwickelt wurden. In insgesamt vier Arbeitspaketen formulierten die Projektbeteiligten dann Schritt für Schritt Anforderungen an die Smartifizierung, wählten geeignete digitale Technologien aus und entwickelten einen Prototyp sowie ein Konzept zur Vernetzung der Supply Chain.

© Digital in NRW

Die digitale Infrastruktur hierfür implementierten die Experten von Digital in NRW. Ein Team vom Institut für Textiltechnik (ITA) versah die Deichbautextilien mit entsprechenden Sensoren – vom GPS-Sensor, der die Geoposition und Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine beim Auslegeprozess erfasst bis hin zum RFID-Chip, über den selbst im Nachhinein festgestellt werden kann, welches Textilmaterial verlegt wurde. „Auf diese Weise wird bereits während des Prozesses sichergestellt, dass auch das richtige Material verwendet wird“, betont Simon Jegelka. „Und auch die Anzahl der bereits verlegten Textilien kann in Echtzeit geprüft werden.“ Dass das funktionieren kann, hat der erfolgreiche Umsetzung des Prototyps im August 2020 gezeigt. „Jetzt müssen wir die nächsten Schritte gehen, auf diesen Erkenntnissen auf- und die Technologie in unsere Prozesse einbauen“, so Jegelka, der die Zusammenarbeit mit Digital in NRW sehr positiv bewertet: „Das Vorgehen war methodisch und technisch top. Das Projekt hat uns wirklich weitergebracht und uns darin bestätigt, die von uns eingeschlagene Richtung weiterzuverfolgen.“