Digital in NRW unterstützt die Westfälische Kunststoff Technik bei der Optimierung der Lagerprozesse

Am Anfang der Zusammenarbeit von Digital in NRW und der Westfälischen Kunststoff Technik GmbH (WKT) stand der Wunsch nach einem Logistikkonzept, mit dem WKT an das Fraunhofer IML herangetreten war. Die WKT-Produktpalette wächst und mit ihm das Sprockhöveler Familienunternehmen. Die baulichen Kapazitäten am Standort hingegen sind ausgereizt. Mit Abschluss des Projekts Ende des Jahres macht der Mittelständler allerdings auch einen großen Schritt Richtung Digitalisierung: Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum hat WKT die Voraussetzungen für digital basierte Lagerprozesse geschaffen.

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Effektives Lagerkonzept

Ungefähr 600 unterschiedliche Kunststoffrohre hat WKT ständig auf Lager, darunter auch sehr sperrige Produkte. Bis zu 20 Meter lange Waren liegen in dem ca. 25.000 m2großen Außenlager bereit. Doch der Platz reichte nicht mehr aus. Die Fläche sollten effektiver genutzt werden, ein neues Lagerkonzept musste her. Im Rahmen eines Unternehmensbesuchs verschafften sich die Experten von Digital in NRW einen ersten Überblick. „Dabei haben wir auch viele Digitalisierungspotenziale gesehen, die in Verbindung mit einem neuen Lagerkonzept die gesamten logistischen Abläufe zum und im Lager optimieren können“, erklärt Simon Lechtenberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IML und gemeinsam mit Dr. Jörg Egli zuständig für die Projektumsetzung.

Mehrwerte durch Digitalisierung

So stellte Digital in NRW in Kooperation mit den Logistikplanern des Fraunhofer IML nicht allein andere Lager- und Staplertechniken vor, prüfte unterschiedliche Anordnungen und entwickelte ein neues Layout, sondern untersuchte auch, an welchen Schnittstellen welche Digitalisierungsmaßnahmen möglich und sinnvoll sind. Die Grundlagen dafür wurden im Rahmen einer Potenzialanalyse und verschiedener Workshops gelegt: In enger Abstimmung mit dem Unternehmen und Mitarbeitenden unterschiedlicher Abteilungen gingen die Projektbeteiligten den aktuellen Prozessen in einer IST-Analyse auf den Grund. Wie können die Abläufe optimiert werden? An welchen Stellen bringen Digitalisierungsmaßnahmen Mehrwerte mit sich? Wo gibt es Medienbrüche? Wo liegen wichtige Schnittstellen? „Dabei ist es wichtig, sich nicht nur auf das Lager selbst zu fokussieren, sondern auch die vorgelagerten Prozesse zu berücksichtigen“, betont Simon Lechtenberg. „Und einige von diesen sind bei WKT noch papierbasiert, viele Informationen zur Lagerposition oder zum Warenausgang werden nicht digital erfasst.“

Digital statt papierbasiert

Das soll sich in Zukunft ändern. Die Idee: Mit einer Erweiterung des ERP-Systems soll es möglich werden, das Lager auch digital abzubilden. Produkte werden mit Barcodes versehen und Waren dann gescannt und erfasst. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können mit Tablets arbeiten und auf überflüssigen „Papierkram“ verzichten. „Natürlich müssen bis dahin noch einige Herausforderungen gemeistert werden“, weiß Simon Lechtenberg. „So gibt es aktuell auf dem Gelände des Außenlagers noch kein W-Lan.“ Doch sind die Voraussetzungen erst einmal geschaffen und alle notwendigen Maßnahmen auf den Weg gebracht, kann WKT nachhaltig von den digitalisierten Abläufen und dem optimierten Lagerkonzept profitieren: Ein transparenter Informationsfluss, eine optimierte Transportplanung sowie ein kontinuierlich aktualisierter Lagerbestand sind einige der Vorteile, die das Projekt mit sich bringen kann. Und auch eine weitere Zusammenarbeit mit den Experten von Digital in NRW ist denkbar: „Potenzial gibt es genug“, ist Simon Lechtenberg überzeugt. „Und der Anfang ist gemacht.“