Digitalisierung im Schaltschrankbau

Projekt mit der Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann

Jede Menge Daten zum Auftrag, zur Planung, Fertigung und Auslieferung stehen hinter den Prozessen der Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann. Ziel des mittelständischen Unternehmens aus Minden ist ein möglichst durchgängiges digitales Verwalten aller Informationen im Sinne der Industrie 4.0.

Schnell erklärt: Das Projekt in 3 Minuten

 

Im Rahmen des Projektes entsteht eine individuelle Digitalisierungsstrategie für die Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann. In Workshops und Expertengesprächen mit Mitarbeitern werden die aktuellen Wertschöpfungsprozesse analysiert und entsprechende Potenziale der Digitalisierung herausgearbeitet. Am Ende steht ein Fahrplan mit konkreten Maßnahmen, mit dem die Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann Schritt für Schritt an der Einführung der Industrie 4.0 arbeiten kann.

Zwei Herausforderungen will das Unternehmen zuerst angehen. Zum einen wollen die Projektpartner ein Konzept zur Datendurchgängigkeit von der Projektierung bis in die Fertigung erstellen. Gemeinsam mit Kooperationspartnern wird nach einer Lösung gesucht, damit die mannigfaltigen Daten eines Auftrags möglichst papierlos zwischen Kunden, Zulieferern und innerhalb des Unternehmens kommuniziert werden können. Zum anderen erproben die Mitarbeiter der Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann den Einsatz von Tablets in der Fertigung. Durch die digitale Übermittlung der Schaltpläne an den Arbeitsplatz können etwa Änderungen in Echtzeit kommuniziert werden. Auch Montageanleitungen und Hinweise via Tablet sind denkbar.

„Die Digitalisierung bei Schaltanlagenbau Westermann wird nicht von heute auf morgen passieren – das wissen auch unsere Mitarbeiter. Bei der schrittweisen Einführung neuer Prozesse und Technologien wollen wir alle Kolleginnen und Kollegen mitnehmen. Dazu gehören zum Beispiel Schulungen, damit jeder die Möglichkeit bekommt, neue Arbeitsprozesse zu lernen.“
Uwe Friedrichs, Kaufmännischer Geschäftsführer Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann

Herausforderung Industrie 4.0

Die Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann wurde im Jahr 1983 in Minden gegründet und ist seitdem stetig gewachsen. Mit seinen ca. 60 Mitarbeitern steht das wachsende Unternehmen heute an der Schwelle von einem Handwerksbetrieb zu einem Industrieunternehmen.

Historisch gewachsene Prozesse und Strukturen, demographischer Wandel und die digitale Transformation sind Herausforderungen, die im Zusammenhang mit Industrie 4.0 stehen. Einige dieser Herausforderungen geht das Unternehmen derzeit schon an: So wird aktuell das Hauptwerk erweitert und vereint künftig die gesamte Schaltanlagen-Fertigung in einer Halle. Die Kommunikation und Verwaltung von Daten erfolgt an vielen Stellen des Wertschöpfungsprozesses allerdings noch manuell. Der digital eingegangene Kundenauftrag wird derzeit etwa ausgedruckt, um dann händisch in das hauseigene System wieder eingepflegt zu werden. Auch die Mitarbeiter in der Schaltschrankfertigung arbeiten überwiegend papierbasiert, z. B. mit ausgedruckten Schaltplänen. Im Rahmen des Projektes will die Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann diese Herausforderungen angehen.

„Unser Wertschöpfungsprozess ist sehr montagelastig. Hinzu kommt, dass jeder Schaltschrank anders aufgebaut ist. Wir produzieren also keine Serien sondern Losgröße 1. Unsere Herausforderung ist, digitale Schnittstellen für unsere internen Prozesse sowie zu unseren Kunden zu schaffen. Am Ende gilt es, den Wertschöpfungsprozess so effizient zu gestalten, dass wir auch künftig zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren können.“
Heinz-Dieter Finke, Technischer Geschäftsführer Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann