Digitalisierung des
Auftragsabwicklungs-
prozesses

Projekt mit dem Laser Bearbeitungs- und Beratungszentrum NRW GmbH

Im Dezember 2016 startete das „Digital in NRW“-Umsetzungsprojekt „Digitalisierung des Auftragsabwicklungsprozesses“ bei der Laser Bearbeitungs- und Beratungszentrum NRW GmbH (LBBZ). Ziel des anvisierten Umsetzungsprojekts ist eine erhöhte Informationstransparenz in der Einzel- und Serienproduktion, durch die Prozessstörungen, -verzögerungen sowie ausschussbedingte Fehlmengen frühzeitig erkannt und notwendige Gegenmaßnahmen unmittelbar eingeleitet werden können. Außerdem wird LBBZ befähigt, den Status von Aufträgen in der Produktion nachzuverfolgen sowie die Planung von Ressourcen und Auftragsreihenfolge zu verbessern.

Die LBBZ GmbH zählt seit mehr als 20 Jahren zu den größten Anbieteren für Lasertechnik in der industriellen Materialbearbeitung.

Das Unternehmen

Die LBBZ GmbH gehört mit ca. 60 Beschäftigten zu den größten deutschen Laserfertigern. Neben Laserschneiden und -markieren offeriert das LBBZ auch Laserschweißen, -härten und -beschichten. Das Unternehmen entwickelt die eingesetzten Laserverfahren kontinuierlich weiter. Die Auftragsabwicklung erfolgt derzeit in der Regel papierbasiert. Dabei existiert Transparenz über den Status der Auftragsabwicklung nur in sehr begrenztem Rahmen.

Das Projekt

Im Rahmen der ersten Treffen zum Jahreswechsel steckten die Projektpartner in Zusammenarbeit mit den Experten vom Kompetenzzentrum das Thema des gemeinsamen Projektes ab, bei dem Aufdeckung und Erschließung von Digitalisierungspotentialen des Auftragsabwicklungsprozesses beim LBBZ im Fokus stehen. Durch die Implementierung einer digitalen Auftragsabwicklung und den zusätzlichen Einsatz von Sensorik sollen in Folge der aktuelle Status der Aufträge in Echtzeit erfasst und an die Mitarbeiter zurückgegeben sowie Störungen früher registriert und behoben werden können.

Vor der Auswahl geeigneter Digitalisierungstechnologien und der Erarbeitung einer darauf aufsetzenden Umsetzungs-Roadmap machten sich die Verantwortlichen vom LBBZ bei einer Führung in der Demonstrationsfabrik Aachen ein Bild von möglichen Industrie-4.0-Lösungen in der industriellen Anwendung. Um eine optimale Entscheidung bezüglich des konkreten Projektinhaltes treffen zu können, fand zudem eine ausführliche Besichtigung des Laserzentrums und anschließend eine erste Einschätzung des Digitalisierungspotenzials statt. Durch eine detaillierte Ist-Prozessanalyse konnten die für das Projekt relevanten Themenfelder identifiziert werden.

Als Fokus des Vorhabens wurde so das Thema der Transparenz in der Bedarfsplanung definiert. Prozessstörungen, -verzögerungen sowie ausschussbedingte Fehlmengen sollen frühzeitiger erkannt und notwendige Gegenmaßnahmen entsprechend rechtzeitig eingeleitet werden können. Das Unternehmen soll außerdem befähigt werden, den Status von Aufträgen in der Produktion nachzuverfolgen sowie die Planung von Ressourcen und Auftragsreihenfolge zu verbessern.

Um diese Ziele zu erreichen, wird eine Digitalisierung der Bedarfsrückmeldungen in den einzelnen Produktionsbereichen angestrebt. Dadurch soll eine Grundlage geschaffen werden, bereits während der laufenden Fertigung auf Prozessbrüche zu reagieren und Materialengpässen entgegenzuwirken. Die Bedarfe bzw. Bestände sollen in möglichst kleinen Zeitintervallen als Gut- oder Ausschussteile an das System weitergegeben und in der Arbeitsvorbereitung in einem Dashboard aufbereitet und visualisiert werden.

In der jetzigen Phase der Technologieauswahl wird, unter Einbezug technischer, wirtschaftlicher sowie arbeitswissenschaftlicher Aspekte, zunächst eine Entscheidung über relevante und generell zielführende Technologien getroffen. Anschließend findet die Bewertung der identifizierten Technologien anhand einer Kosten-Nutzen-Analyse statt. Eine bisher angedachte Alternative zur klassischen ERP-basierten Rückmeldung ist die Einführung von „Gut-/Ausschussteil-Buttons“ in den einzelnen Fertigungsbereichen, deren Daten webbasiert in der Arbeitsvorbereitung zusammenlaufen können.

Nach der finalen Technologieauswahl wird die LBBZ GmbH gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum die Umsetzungsphase einleiten, in der eine schrittweise Implementierung der neuen Vorgänge angedacht ist. Dazu soll die neue Technologie zunächst als Insellösung in einem der Bereiche eingesetzt werden und später als integrierte Lösung alle Produktionsschritte umfassen. Während der laufenden Nutzung der im Zuge des Projektes eingeführten Neuerungen sollen diese abschließend evaluiert werden, um die realisierten Digitalisierungspotenziale für die LBBZ GmbH zu quantifizieren.

"Kommunikation und Fertigungsprozesse gehören auch in der LBBZ GmbH eng zusammen. In der Automotivefertigung ist dies ganz besonders wichtig. Daher ist das Thema Industrie 4.0 für uns als Zulieferer im Bereich Elektromobilität sehr bedeutend. Wir nutzen die Möglichkeit gern, uns bei der Umsetzung von Digitalisierung unabhängig beraten zu lassen. Als mittelständischem Unternehmen wird uns damit der Vorstoß in dieses komplexe Gebiet sehr erleichtert. Deswegen begrüßen wir die Initiative 'Digital in NRW – Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand' ganz besonders.“

Ulrich Berners, Geschäftsführer der LBBZ GmbH

„Digitalisierung des Auftragsabwicklungsprozesses“ ist eines von insgesamt sechs Umsetzungsprojekten von „Digital in NRW – Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand“. Innerhalb eines guten halben Jahres sollen hier unternehmensindividuelle Lösungen mit Leuchtturmcharakter für die Industrie 4.0 entstehen, die als Vorbild für andere mittelständische Unternehmen der Branche dienen.