Effizienzsteigerung durch Digitalisierung

Projekt mit der Wilh. Wernecke GmbH & Co. KG

Unternehmen wie die Firma Wilh. Wernecke GmbH & Co. KG sind durch historisches Wachstum geprägt. Die Digitalisierung der Produktion stellt für den Drehteile- und Gelenkverbindungshersteller daher eine besondere Herausforderung dar. Wernecke meistert diese gemeinsam mit den Experten von „Digital in NRW – Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand“ am Standort Dortmund.

1939 gegründet, inzwischen von der dritten Generation geleitet, ist die technische Ausstattung in der Produktion des Unternehmens durch ein Nebeneinander von CNC-gesteuerten und konventionellen Maschinen gekennzeichnet. Vernetzung? Fehlanzeige! Die Maschinen sind nicht in der Lage, ihren Auftragsstatus zu versenden. Dies stellt ein Hemmnis für eine optimale Produktionsplanung dar. Auch die in der Produktion vorhandenen Terminals für die Auftragsrückmeldung durch die Mitarbeiter lassen keine echte Transparenz zu. Durchgängige Prozesse erlaubt auch das heutige IT-System noch nicht: So werden bei Wernecke täglich mehrere Papier-Laufkarten für die Produktionssteuerung aus einem selbst programmierten System generiert und von den Mitarbeitern – zu Fuß – in die Produktion getragen. „Die Digitalisierung der Produktion ist für Wernecke ein wichtiges Zukunftsthema“, so „Digital in NRW“-Projektleiter Matthias Parlings. „Denn gerade die älteren Maschinen sind bei den Kunden für Spezialaufträge nach wie vor sehr gefragt, eine Vernetzung deshalb sinnvoll und erforderlich.“ Erste Schritte zu einer digitalen Produktion hatte die Geschäftsleitung des Unternehmens bereits vor dem Kontakt zu Digital in NRW eingeleitet. Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand bot Wernecke dann die Möglichkeit, die Entwicklung mit einem Transferprojekt entscheidend voranzutreiben.

Angebote von Digital in NRW

Der Beantragung und Durchführung des Transferprojekts war Anfang 2016 ein Unternehmensbesuch vorausgegangen. Solche Besuche sind einer von 27 Servicebausteinen, die Digital in NRW anbietet. Ein Team des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML, einem der Partner des Kompetenzzentrums für den Mittelstand, machte sich vor Ort ein Bild von der Produktion, informierte sich über die Ziele des Unternehmens und identifizierte ein Projekt mit Modell- bzw. Vorbildcharakter auch für andere kleine und mittlere Unternehmen. Wernecke beteiligte sich damit an einer Ausschreibung – und gewann.

„Wir arbeiten bereits seit einiger Zeit daran, unser Unternehmen zu digitalisieren. Die Anschaffung einer vollumfänglichen Produktionsprogrammplanung sowie der damit einhergehende Austausch zum Teil alter Maschinen ist jedoch finanziell nicht zu stemmen und auch nicht wirtschaftlich. Durch die Experten des Kompetenzzentrums für den Mittelstand haben wir erstmals die richtigen Informationen über kostengünstige und infrastrukturarme digitale Lösungen erhalten, die uns gezielt nützen.“

Kaspar Wernecke, Geschäftsleitung

Chancen Industrie 4.0

Mit dem Transferprojekt „Digitale Metallverarbeitung“ strebte das Unternehmen den Transfer von innovativen Technologien (u.a. Smart Devices) auf den Shopfloor an. Ziel war es, die Transparenz in den Prozessen der Produktionsplanung und -steuerung möglichst kosten- und infrastrukturarm zu erhöhen.

Die Schritte im Einzelnen:

  • Ausarbeitung eines fachlichen Konzepts zum Einsatz von Technologien zur Verbesserung der echtzeitnahen Erfassung von Maschinen- und Auftragsdaten
  • Kombination von Smart Devices mit reinen Produktionsmaschinen als Grundlage zur Erhöhung der Prozess- und Datentrans-parenz
  • Nutzung von Material- und Produktionsdaten zur Verbesserung der Transparenz, insbesondere der innerbetrieblichen Kommu-nikation zwischen Administration und Produktion
  • Verbesserung der Kapazitätsplanung, Auftragsplanung und Materialdisposition im laufenden Betrieb, die sich auch in einem verbesserten Lieferservicegrad widerspiegelt

Die unternehmensindividuellen Industrie 4.0-Lösungen, die im Rahmen des Transferprojektes Anwendung finden, dienen auch als Vorbild für andere mittelständische Unternehmen der Branche.

„Die Digitalisierung bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf ihre Kernkompetenzen, z. B. die Bedienung oder das Rüsten der Maschinen, konzentrieren. Das erhöht die Qualität der Arbeit. Unsere Mitarbeiter sind entsprechend motiviert, die nächsten Schritte im Rahmen der Digitalisierung mitzugehen. Viele sind IT-affin bzw. den Umgang mit digitalen Endgeräten aus dem Alltag gewöhnt. Gleichzeitig ist die Benutzerfreundlichkeit moderner Tablets oder anderer mobiler Devices in der Industrie dank intuitiver Bedienoberflächen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.“

Kaspar Wernecke, Geschäftsleitung

Das Projektteam