Digital unterstützte
Produktionsorganisation

Schiele Maschinenbau erstellt mit Digital in NRW die "Roadmap Schiele 2025"

Die Schiele Maschinenbau GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen im Bereich der Beschichtungstechnologie mit 62 Beschäftigten. Als führender Anbieter von Maschinen für das Imprägieren und Lackieren von Oberflächen sind die Kunden des Unternehmens häupsächlich in der Holz-, Metall- und Kunststoffindustrie zu finden. Schiele zeichnet sich durch das Engineering von kundenindividuellen Komplettlösungen aus und ist Patenthalter in der VACUMAT und IMPREGMAT-Technik. Der Exportanteil von Schiele-Produkten beträgt 70 %. Der Firmensitz befindet sich in Niederzissen.

Neubau mit digitalem Neuanfang

Die Schiele Maschinenbau GmbH steht vor einem wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Der seit 1958 mitten in Niederzissen ansässige Familienbetrieb zieht um. Ab Oktober 2018 haben Verwaltung und Produktion ihren Sitz etwas außerhalb des Ortes, auf einer Fläche von insgesamt 17.000 Quadratmetern. Ein Neubau, der auch einen Neuanfang mit sich bringt: „Der Umzug hat auch den Ausschlag gegeben, sich intensiv mit der Digitalisierung unserer Produktionsprozesse auseinanderzusetzen, sie zu überdenken und neu aufzubauen”, erklärt Geschäftsführerin Birgit Gros. Unterstützung bekam der Maschinen- und Anlagenbauer dabei von Digital in NRW. Im Rahmen eines gemeinsamen Transferprojekts wurde eine „Digital unterstützte Produktionsorganisation” entwickelt.

Wettbewerbsfähigkeit festigen

„Ziel ist es, die Produktion durch ein Industrie 4.0-Unterstützungskonzept innovativ für die Zukunft zu gestalten”, erklärt Katharina Thomas vom Lehrstuhl für Produktionssystematik an der RWTH Aachen und Projektverantwortliche. „Ein wichtiges Kriterium stellt dabei die Erhöhung der Transparenz in der Produktion dar. Um dies zu erreichen, zeigen wir im Rahmen der Entwicklung einer Industrie 4.0 Roadmap Gestaltungsfelder auf.“ In der fünfmonatigen Laufzeit arbeiteten alle Beteiligten auf dieses Ziel hin, und mit einem digitalen Shopfloorboard wurde ein erstes Pilotprojekt der Industrie 4.0 Roadmap umgesetzt. Das ist das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kompetenzzentrum, in die auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schiele stark eingebunden waren. „Uns ist es immer wichtig, mit den Angestellten gemeinsam das Lösungskonzept zu erarbeiten und ihnen auch die Möglichkeit zu geben, aktiv eigene Ideen einzubringen.”, betont Frau Thomas. Ein gemeinsamer Workshop sowie ein World Café zu den Bereichen Lager, Einkauf, Konstruktion und Fertigung waren daher zentrale Maßnahmen, um Potenziale zu benennen und Maßnahmen zu entwickeln.

Shopfloorboard bündelt Informationen

„Insbesondere die aktuellen Auftragsschritte sind nicht ausreichend transparent”, weiß Birgit Gros, die das Unternehmen seit fast 30 Jahren gemeinsam mit ihrem Bruder leitet. „Der Austausch zwischen Konstruktion und Einkauf, aber auch der Informationsfluss innerhalb der Fertigung ist noch sehr papierbasiert, also quasi antik.” Die Geschäftsführerin muss schmunzeln. Sie weiß, dass diese Zeiten bald der Vergangenheit angehören. In Zukunft sollen Tablets in die Logistikprozesse eingebunden und die Produktionsplanung und -steuerung durch Digitalisierung transparenter gestaltet werden. Das digitale Shopfloorboard sichert dann die direkte Verfügbarkeit von Informationen. Ein Prototyp dieses digitalen Informationssystems wurde bereits entwickelt und an zentraler Stelle in der Fertigung eingesetzt, in der mittlerweile auch Tablets genutzt werden. „Auf diese Weise wollen wir die Lücke zwischen den Planungsabteilungen und dem Shopfloor schließen”, erklärt Katharina Thomas. Der Auftrags- und Lieferstatus oder auch Verantwortlichkeiten der verschiedenen Projekte sind einfach und schnell für jeden ersichtlich. Auch ein regelmäßiges Shopfloor-Meeting ist angedacht, um am Board Projekte durchzugehen.

Hohe Akzeptanz der modernen Methoden

All diese Neuerungen wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit angestoßen und werden nun begeistert aufgenommen. „Die Akzeptanz der Maßnahmen in der Belegschaft ist sehr groß”, freut sich Birgit Gros. „Wir haben ein junges, motiviertes Team, das gerne mit modernen Methoden arbeitet. Das vereinfacht so einen Prozess natürlich.” Ebenfalls zum Erfolg des Projekts beigetragen hat die Zusammenarbeit zwischen den Experten von Digital in NRW, dem Unternehmen und der Belegschaft. „Die war sehr persönlich, sehr offen und sehr praxisorientiert”, erzählt die Geschäftsführerin, die den Weg Richtung Digitalisierung auf jeden Fall weiterverfolgen möchte. „Relativ papierlos. In allen Bereichen”, antwortet sie auf die Frage, wie sie die Schiele Maschinenbau GmbH in fünf Jahren aufgestellt sein sollte. „Da möchten wir hinkommen. Gerne auch wieder mit Digital in NRW.”