Wie kann der Mittelstand mit Digitalisierung starten?

Immer öfter halten in Deutschland digitale Projekte auch in kleineren und mittleren Unternehmen Einzug. Während manche Unternehmen im Bereich Digitalisierung noch etwas hinterherhinken, sind andere Mittelständler auf einem guten Weg. Knackpunkt ist oft nicht der Wille zur Veränderung, sondern das Fehlen eines Plans, um die Digitalisierung im Mittelstand anzuschieben oder nach den ersten Veränderungen weiterzumachen.

Größere Unternehmen investieren auch mehr

Fast ein Drittel der hiesigen Mittelstandsunternehmen haben laut einer Studie in den letzten drei Jahren Digitalisierungsprojekte erfolgreich abgeschlossen. Betrachtet man die Größe der Unternehmen, zeigt sich beim Thema Digitalisierung im Mittelstand ein klarer Trend: Je größer das Unternehmen, desto mehr wird in Digitalisierung investiert. Größere Firmen investieren nicht nur häufiger, sondern auch finanziell mehr in digitale Projekte. Eine derartige Entwicklung ist natürlich nicht überraschend, jedoch können auch kleinere Unternehmen stark von Veränderungen im Bereich Industrie 4.0 profitieren. Auch im Mittelstand wird sich der Trend fortsetzen: Wer bei der Digitalisierung nicht Schritt hält, wird über kurz oder lang an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Künftig könnte sich so eine Schere zwischen größeren, digitalisierten und kleineren, weniger entwickelten Mittelständlern bilden.

Doch wie kann ein Fahrplan zur Digitalisierung aussehen?

Die Herausforderung ist, dass jedes Unternehmen einzigartig ist. Selbst bei ähnlichem Geschäftsmodell gleicht kein Unternehmen dem anderen. Unterschiede bei Größe, Firmenphilosophie oder Struktur machen eigene Lösungen für Implementierung von Industrie 4.0 Lösungen notwendig. Was vielen Unternehmen im Mittelstand hilft: Ein Partner, der berät und Wege aufzeigt, am besten sogar ein Netzwerk aus Kompetenzpartner bietet. Digital in NRW bietet genau diese Unterstützung und hilft in den verschiedenen Phasen von der Bestandsaufnahme über die Planung bis zur Umsetzung und Erfolgskontrolle.

Die Veränderung beginnt mit der Potenzialanalyse

Am Anfang braucht verschaffen sich die Experten von Digital in NRW einen Überblick über den Betrieb, die Produktion und alle Prozesse. Per Online-Fragebogen zur Selbsteinschätzung kann ein Unternehmen die eigenen Fähigkeiten und den allgemeinen Digitalisierungs-Reifegrad einschätzen. Nach einem Besuch durch Digital in NRW im Unternehmen kann ein gemeinsamer Workshop mit einem interdisziplinären Team dazu dienen, dass aus den Ergebnissen der Analyse und der Bestandsaufnahme zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten abgeleitet werden.

Besonders wichtig ist bei derartigen Analysen und Planungen immer der praktische Nutzen für das jeweilige Unternehmen. Genau dies kann nur realisiert werden, wenn sich alle Partner intensiv mit den speziellen Eigenschaften des Unternehmens beschäftigen.

Selbst wenn einige Entwicklungen nicht sofort oder überhaupt verwirklicht werden können, ist oft nur die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Digitalisierungsmöglichkeiten eine Bereicherung für ein Unternehmen.

Ein Beispiel für Digitalisierung im Mittelstand: Intelligenter Materialfluss im Metallbau

Ein gutes Beispiel für einen solchen Digitalisierungsprozess ist die AMS GmbH. Der Mittelständler mit ca. 120 Mitarbeitern hatte schon vor der Zusammenarbeit mit Digital in NRW die ersten Schritte im Bereich Industrie 4.0 getan. Nach einem Unternehmensbesuch, dem Ausfüllen des Online-Fragebogens, dem Potenzialanalyse-Workshop und einem Wissensaustausch-Workshop ergaben sich weitere Tätigkeitsfelder, die die AMS GmbH durch Digitalisierung voranbringen konnten:

  • Unternehmensinternes Wissensmanagement: Mit einem nutzerfreundlichen Unternehmenswiki soll Wissen im Betrieb gesichert und für alle Mitarbeiter zugänglich gemacht werden.
  • Digitale Produktionsplanung und –steuerung: Durch die Möglichkeit auf tatsächliche Fertigungszeiten zuzugreifen, können für zukünftige Aufträge die Durchlaufzeiten und Stillstandszeiten weiter minimiert werden.
  • Intelligenter Materialfluss: Vorhandene Fahrzeuge können auch nachträglich mit Tablets ausgerüstet werden, damit aktuelle Aufträge noch effizienter verwaltet werden können.
Thomas Imhäuser, Geschäftsführer der AMS GmbH, in einer der acht Produktionshallen des Unternehmens. © Digital in NRW / Schaper

Im Digi­ta­li­sie­rungs-FAQ werden weitere Fragen zur Imple­men­tie­rung von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jekten beantwortet.