Wie kann Digitalisierung zu mehr Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens beitragen?

Mittelständische Automobilzulieferer und die Herausforderungen einer engmaschig verzahnten Lieferkette – Lösungen aus dem Bereich Industrie 4.0

Die deutsche Automobilzulieferer-Industrie steht global für Innovation, Qualität und Leistungsfähigkeit. Mehr als 300.000 Menschen arbeiten in Deutschland in diesem Bereich. Zulieferteile müssen in den meisten Fällen just in time beim Autohersteller oder dem nächsten Zulieferbetrieb zur Verfügung stehen, damit Kosten für eine Zwischenlagerung vermieden werden. Diese Lieferkette stellt jedes Unternehmen in der Lieferkette vor besondere Herausforderungen und erfordert reibungslose Prozesse an jedem Punkt, von der Erfassung des Auftragsstatus, über die Restbearbeitungszeit bis zur Kontrolle der Warenbestände.
Insbesondere in Erwartung tiefgreifender Veränderungen durch neue technische Entwicklungen und Umwälzungen in der Automobilbranche müssen sich nicht nur die Autohersteller neu aufstellen, dieser Veränderungen werden auch die Automobilzulieferer treffen. Umso wichtiger ist es, auch weiterhin im internationalen Wettbewerb Schritt zu halten und die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Es reicht auf Dauer nicht, sich nur auf das „Made in Germany“-Siegel zu verlassen. Doch hier sehen sich gerade KMUs vor großen Herausforderungen oft überfordert: Wie genau können welche Veränderungen dem eigenen Unternehmen helfen?

Drei zentrale Fragen stellen sich für Unternehmen der Automobilzulieferer:

  1. Wie kann der Kundennutzen erhöht werden?
  2. Können Kostenvorteile erzeugt werden?
  3. Werden Wettbewerbsvorteile möglich?

Von papier-basierten Prozessen zu digitalen Modellen

In der Automobilbranche führt die Digitalisierung überall zu Umwälzungen: Nicht nur im Auto selbst wird alles zunehmen digital, sondern auch in der Produktion. In traditionellen Unternehmen führen hauptsächlich papierbasierte Prozesse dazu, dass betriebliche Leistungsdaten nur komplex zu ermitteln sind. Aktuelle Auftragsstatus abzufragen, bedeutet teilweise hohen manuellen Aufwand. Hier können Technologien aus dem Bereich Industrie 4.0 die Planung und Steuerung in mittelständischen Logistiknetzwerken optimieren.

Das vorherrschende just in time Prinzip erfordert gerade im Logistikbereich schnelle und flexible Lieferketten. Durch digitalisierte Prozesse können Unternehmen der Automobilzuliefererbranche mehr Transparenz über den jeweiligen Auftragsstatus, die verfügbare Teilmenge, den aktuellen Bearbeitungsprozess und die Fertigwarenbestände gewährleisten.

Agile Prozesse und mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette

Der aktuelle Auftrag kann so schnell und einfach durch das Scannen eines Barcodes erfasst werden. Dafür werden stationäre und mobile Lese- und Eingabegeräte eingesetzt. Die Informationen zum aktuellen Prozessschritt werden sofort digital mit dem Auftrag verknüpft und als Datensatz im Gesamtsystem verbucht. Dies ermöglicht Live-Abfragen über den Status aller Aufträge von verschiedenen Geräten.

Falls benötigt, können Übersichten über Kunden, Aufträge oder Artikelbestände jederzeit angezeigt werden. Zur Unternehmenssteuerung können umfangreiche Statistiken und Prozesszeiten erstellt und benutzt werden.

Unternehmen profitieren davon nicht nur durch schnellere und einfachere Prozessteuerung, sondern ermöglichen auch für ihre Kunden mehr Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette.

Das Erfolgsbeispiel: VIA und Digital in NRW

Digital in NRW kann dabei unterstützen den Weg der Digitalisierung weiter zu verfolgen und Möglichkeiten aufzeigen, wie zukünftig Veränderungen in Unternehmen der Automobilzulieferer geplant und umgesetzt werden können.

Ein gutes Beispiel war die Zusammenarbeit mit dem Verband Innovativer Automobilzuliefererbetriebe (VIA). Zunächst wurde eine Analyse der Material- und Informationsflüsse durchgeführt und genau betrachtet, welche Systeme und Schnittstellen vor Ort eingesetzt werden. Ausgehend von dieser Analyse wurde das VIABIRDS-System konzipiert. Die Ergebnisse eines ersten Pilot-Projekts wurden in mehreren Arbeitskreisen gemeinsam mit den Experten von Digital in NRW ausgewertet.

Für die Langzeitbetrachtung wird nun an einem Standort mit Handscannern und Tablets gearbeitet. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch jeden einzelnen Mitarbeiter mitzunehmen. Nur wenn der Mehrwert an jeder Stelle sichtbar wird, kann das ganze Unternehmen gemeinsam die Umgestaltung angehen. Durch das vorhergehende Pilotprojekt können erste Erkenntnisse und direktes Anwenderfeedback bereits früh eingebaut werden. Die Experten von Digital in NRW ermöglichten so eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, denn nur, wenn Logistiker, Informatiker und die Mitarbeiter vor Ort direkt zusammenarbeiten, kann eine praxistaugliche Lösung möglich werden. Das Kompetenzzentrum Digital in NRW hat genau diesen Austausch möglich gemacht und diese Erkenntnis schon früh allen Beteiligten deutlich gemacht.

Sascha Kreis erläutert die veränderten Prozesse während der Bustour I 4.0 © Digital in NRW

Bei all diesen Schritten kann Ihnen Digital in NRW als Begleiter zu Seite stehen. Kontaktieren Sie uns gerne.

Im Digi­ta­li­sie­rungs-FAQ werden weitere Fragen zur Imple­men­tie­rung von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jekten beantwortet.