Transferprojekt erarbeitet digitale Schnittstelle für die Auftragsabwicklung

Seit Frühjahr arbeiten das Fraunhofer IEM und der Delbrücker Mittelständler in dem Digital in NRW-Transferprojekt zusammen. Etwa 3.000 verschiedene Boxen, Schachteln und Pakete hat das Unternehmen im Angebot. Meist sind dies kundenindividuelle Kartons, die bei Schulte nicht nur produziert, sondern auch entworfen werden. „Vom Inhalt hängt ab, wie die Verpackung drum herum aussehen soll“, erläutert Pascal Pöhler, Assistent der Geschäftsführung. „Deshalb begleiten wir unsere Kunden bereits in ihrer Produktentwicklung und können auf Änderungen im Produkt schnell mit dem passenden Verpackungskonzept reagieren.“

Kommunikation vereinfachen

Den Kunden begleiten - das bedeutet für die Vertriebs-Mitarbeiter vor allem intensive Gespräche, um Anforderungen aufzunehmen. Es bedeutet auch viel Abstimmung zwischen Vertrieb und Entwicklungsabteilung, um dem Kunden das passende Angebot machen zu können. Und nicht zuletzt bedeutet es auch ein stetes Weiterleiten aller Informationen an die Kollegen in der Fabrik, die ihre Produktion auf den individuellen Karton einstellen müssen. „Am Ende geht es um Kommunikation. Um Informationen aus verschiedenen Bereichen, die nur sinnvoll verknüpft die ideale Verpackung ergeben“, sagt Pascal Pöhler. Aktuell dokumentieren Vertrieb, Entwicklung und Produktion die Informationen mit verschiedensten Werkzeugen: Vom Notizblock über die Excel-Tabelle hin zum CAD-Modell ist alles dabei. Nur verständlich, wenn Notizen mal verloren gehen oder nicht alle Informationen beim Kundengespräch verfügbar sind.

Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM erarbeitet Schulte nun das Konzept für eine digitale Schnittstelle, an der alle Informationen zusammenlaufen sollen. Jeder Mitarbeiter soll künftig jederzeit auf Wissen zum Auftrag zugreifen und dieses in Echtzeit aktualisieren können. Die Idee: Pflegt der Vertriebs-Mitarbeiter künftig eine Anforderung des Kunden in die App, so wird diese Information automatisch an die Kollegen in der Entwicklung weitergeleitet. Informationen zur Maschinenauslastung können bereits im Kundengespräch in die Terminfindung einfließen. Der gesamte Prozess der Auftragsabwicklung wird dadurch schneller und verlässlicher. Zusätzlich zum optimierten Informationsfluss bietet die App Potenziale für ganz neue Services und Kundenerlebnisse. Mit Einbindung neuer Technologien könnte die App künftig Anforderungen automatisiert erfassen und noch vor Ort eine Kostenkalkulation vorschlagen, die Basis für weitere Gespräche ist.

Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital“ des BMWi

„Digital in NRW – Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand in NRW“ ist Teil des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Dabei bündelt es Expertise von Forschungseinrichtungen aus den Regionen Rheinland, Metropole Ruhr und OstWestfalenLippe.

Mittelstand-Digital informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Regionale Kompetenzzentren helfen vor Ort dem kleinen Einzelhändler genauso wie dem größeren Produktionsbetrieb mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Netzwerken zum Erfahrungsaustausch und praktischen Beispielen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenlose Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de

Das Projektteam: Helmut Heithecker (Josef Schulte GmbH), Melina Massmann (Fraunhofer IEM), Pascal Pöhler (Schulte), Sebastian von Enzberg (Fraunhofer IEM), Tobias Krauß (Schulte)
Vom Kundenkontakt zum fertigen Produkt: Das Projektteam diskutiert die Auftragsabwicklung.

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