„Strategisch hatten die Projekte einen sehr hohen Stellenwert für unser Unternehmen.“

Interview mit Mario Ernst, Geschäftsführender Gesellschafter PIEL – Die Technische Großhandlung

 

Lab-Tour, Potenzialanalyse und Gestaltungsworkshop. Ein Transferprojekt mit Infineon Technologies Bipolar zum „Digitalen Ersatzteilmanagement“. Eine Pilotierung zum Aufbau eines sicheren Datenaustauschs mit Kunden, der auf der Blockchain-Technologie basiert. Bereits die bloße Aufzählung der genutzten Servicebausteine zeigt: Die Zusammenarbeit von PIEL – Die Technische Großhandlung GmbH und Digital in NRW ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Wie der Soester Großhändler die Zusammenarbeit erlebt hat und wie das Unternehmen von den Projekten profitieren konnte, erzählt Mario Ernst, Geschäftsführender Gesellschafter, im Interview.

  1. Welchen Stellenwert und welche Effekte hatten und haben diese Projekte für Ihr Unternehmen?
      Strategisch hatten die Projekte - insbesondere natürlich das Transferprojekt und die Pilotierung - einen sehr hohen Stellenwert. Wir haben uns ja ganz bewusst Schwerpunkte ausgesucht, die uns und dadurch auch unsere Kunden langfristig besser machen
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  3. Welche Prozesse und Entwicklungen hat die Zusammenarbeit noch angestoßen?
      Prozessketten zu visualisieren und auf der Grundlage zu digitalisieren – das hat uns wirklich weitergebracht. Aus dieser Methodik heraus, die wir im Rahmen der gemeinsamen Projektarbeit erlernt haben, konnten wir ein neues Geschäftsmodell kreieren. Wir haben diese Art des Arbeitens auf einen anderen Bereich übertragen – und einen Beratungsansatz für unsere Kunden entwickelt. Ziel dieses Workshopformats ist es, gemeinsam mit den Mitarbeitenden unserer Kunden den industriellen Beschaffungsprozess zu optimieren. Das bringt auch ein verändertes Selbstverständnis für uns als Unternehmen mit sich. Wir verstehen uns als Großhändler und Berater und begegnen unseren Kunden auf Augenhöhe.
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  5. Welche Schritte wären Sie ohne die Unterstützung der Initiative vielleicht nicht gegangen?
      Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Infineon Technologies Bipolar. Dieses Unternehmen war für uns ein absoluter Neukunde. Zuvor haben wir Projekte selten direkt auf der obersten Führungsebene „eingestielt“. Aber in diesem Fall sind wir mit der Idee des Transferprojekts zur Digitalisierung des Ersatzeilmanagements direkt auf die Geschäftsführer zugegangen. Wir hatten auch einen gewissen Druck, einen Kunden für das Digital-in-NRW-Projekt zu gewinnen. Es war das erste Mal, dass wir diese Augenhöhe gesucht haben. Und wir haben gemerkt, wenn wir diesen Schritt machen, finden wir auch Menschen, die für neue Ideen und Entwicklungen offen sind.
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  7. Welche Schritte möchten Sie in Zukunft noch gehen?
      Im Moment arbeiten wir an RFID-Lösungen. Wir möchten das Thema Prozessverschlankung und -innovation noch weiter vorantreiben und nachhaltig Mehrwert für uns und unsere Kunden generieren. Wohin das genau führt, wissen wir natürlich noch nicht. Aber unser Ziel ist es, in fünf Jahren der richtige Ansprechpartner für unsere Kunden zu sein, wenn es um komplexe C-Teile-Beschaffung und konzeptionelle Lösungen sowie die Digitalisierung von Beschaffungsprozessen gleichermaßen geht.
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  9. Warum sind Initiativen wie Digital in NRW für den Mittelstand so wichtig?
      Weil der Mittelstand oft einfach einen Schubs in die richtige Richtung braucht. Manchmal wissen wir Mittelständler auch nicht, wie wir anfangen sollen – und dann wird es oft einfach gar nicht gemacht. Genau dann braucht es den pragmatischen Impuls. Den haben wir von den Experten von Digital in NRW bekommen. Das hat uns sehr gut gefallen und sehr gut getan. Außerdem hat es uns große Freude gemacht, mit unseren Ansprechpartnern beim Fraunhofer IML zusammenzuarbeiten. Da ist ein echtes Vertrauensverhältnis entstanden. Es war schön zu merken, dass sich die Menschen bei Digital in NRW für die Sachen interessieren, die uns weiterbringen und uns auf diesem Weg unterstützen.

 

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