Regionalkonferenz: Erfolgreicher Wissensaustausch zur Digitalisierung

Vernetzung und Wissensaustausch zum Thema Digitalisierung prägten am 18. September 2017 die vierte Regionalkonferenz des Netzwerks „Mittelstand 4.0“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi). „Digital in NRW – Das Kompetenzzentrum für den Mittelstand“ hatte die mittelständische Industrie sowie die derzeit 14 Kompetenzzentren und vier Agenturen des Netzwerkes ins Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und das FIR an der RWTH Aachen eingeladen.

Etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, sich mit Vorträgen, Workshops und Demonstratoren zum Thema „Intelligente Produktionstechnologien“ auszutauschen. „Das Thema ist klug gewählt“, sagte Frank Fischer, Leiter des Referats Mittelstand-Digital, BMWi, gleich zu Beginn in seinem Grußwort. Denn insbesondere mittelständische Unternehmen seien gefordert, ihre Produktionen zu intelligenten Produktionen weiterzuentwickeln. „Eine gelungene Digitalisierung ist heute die Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“, so Fischer weiter. Wie diese gelingen kann, zeigte das Konferenzprogramm, das einen Einblick in innovative Technologien gab und zugleich deren erfolgreiche Überführung in den Unternehmensalltag praxisnah präsentierte.

Frank Fischer, Leiter des Referats Mittelstand-Digital, BMWi spricht das Grußwort auf der Mittelstand 4.0-Regionalkonferenz in Aachen. Foto: Andrea Borowski ©WZL der RWTH Aachen, 2017

Digitale Produktionstechnologien: Erfolgsgeschichten schreiben
„Wie können wir Firmen verändern?“, stellte Prof. Robert Schmitt vom WZL der RWTH Aachen dann in seinem Vortrag zu den Perspektiven und Herausforderungen des „Internet of Production“ (s. Interview) auch die entscheidende Frage der Digitalisierung und betonte: „Sich darauf zu verlassen, dass man in der realen Welt hervorragend ist, heißt nicht, dass man in der digitalen Welt nicht überholt werden kann.“ Darum sei es gerade für mittelständische Unternehmen wichtig, bedarfsgerechte, in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis stehende Lösungen zu finden.

Ein Beispiel, wie die Digitalisierung im Mittelstand vorbereitet, entwickelt und umgesetzt werden kann, präsentierte Dr. Markus Beukenberg, Chief Technology & Strategy Advisor der Firma WILO SE. Mit seinem Praxisvortrag „Vision und Weg eines stark wachsenden Mittelständlers“ zur Entstehung der Wilo Smart Factory gab er einen realistischen Einblick in die Herausforderungen und Chancen, die mit der Digitalisierung eines Unternehmens verbunden sind. Auch die konkreten Digitalisierungslösungen, die seit dem Start von Digital in NRW Anfang 2016 mit mittelständischen Unternehmen verwirklicht wurden, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. So diskutierten die Teilnehmer die Digitalisierung von Produktion und Prozessen am Beispiel eines Digital in NRW-Transferprojektes mit den Unternehmen MVG und Polierscheibenfabrik Spaeth aus dem Raum Aachen. Spannende Demonstratoren während einer Lab-Tour zeigten zudem, mit welchen Technologien auch Mittelständler die Digitalisierung in die Produktion einführen können.

Anschließend begrüßte Prof. Dr. Volker Stich, Geschäftsführer des FIR an der RWTH Aachen, die Teilnehmer im Showroom „Digitalisierung in der Produktion“, in dem verschiedene Demonstratoren zeigten, wie vielseitig die Möglichkeiten der Digitalisierung auch vom Mittelstand genutzt werden können. Ein World Café zu ausgewählten Umsetzungs- und Transferprojekten des Kompetenzzentrums bot die Möglichkeit, die grundlegenden Informationen und ersten Eindrücke im direkten Austausch zu vertiefen.

Prof. Dr. Volker Stich, Geschäftsführer des FIR an der RWTH Aachen, begrüßte die Teilnehmer im Showroom „Digitalisierung in der Produktion“. Foto: Andrea Borowski ©WZL der RWTH Aachen, 2017

Kompetenzzentrum als wertvoller Ansprechpartner
„Für die Unternehmen der Region ist das Kompetenzzentrum ein wertvoller Ansprechpartner in Sachen Digitalisierung“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. „Die Industrie wird praxisorientiert in Form von Erstgesprächen über Workshops bis hin zu mehrmonatigen Projekten professionell begleitet."

Das Netzwerk „Mittelstand 4.0“ trifft sich regelmäßig auf seinen Regionalkonferenzen. Zum einen werden hier verschiedenen Industrie 4.0-Themen vorgestellt und mit mittelständischen Unternehmen diskutiert. Zum anderen nutzt das Netzwerk die Treffen, um den Erfahrungsaustausch zwischen den Experten zu fördern. Die nächste Mittelstand 4.0-Regionalkonferenz findet Mitte Dezember am Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern statt.

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