Mensch-Roboter Kollaboration (MRK) in der Fabriksimulation

In der Fabrik der Zukunft arbeiten Robotiksysteme auf engstem Raum sicher und effizient mit Menschen zusammen. Dabei werden die Stärken und Fähigkeiten von Mensch und Maschine optimal genutzt und verbunden, so dass durch kognitive Unterstützung des Menschen und die Präzision der Maschine eine hohe Flexibilität für variable Produktionsaufgaben erreicht wird. Beim Entwurf von Produktionsumgebungen spielen Simulationen eine unersetzliche Rolle, da sie die Funktionsfähigkeit schon zu einem frühen Zeitpunkt im Entwurfsprozess überprüfbar machen. Die hybriden Produktionsumgebungen mit dem komplexen Zusammenspiel von Mensch und Roboter stellen die Simulation aber vor ganz neue Herausforderungen. In diesem Fachgespräch wurde über den Nutzen, das Potential und die Grenzen aktueller Simulationsansätze für die frühzeitige Entwurfsabsicherung kollaborativer Robotiksysteme anhand konkreter Anwendungsbeispiele intensiv diskutiert.

Spannende Vorträge und reger Austausch beim Get-Together im CITEC.

Das OWL Kompetenzzentrum für Virtual Prototyping & Simulation e.V. (ViProSim) befasst sich mit genau solchen Fragestellungen und steht für den direkten wettbewerbsneutralen Wissenstransfer zwischen Forschungseinrichtungen, Software-Anbietern und Anwendern aus der Industrie. In Kooperation mit Digital in NRW wurde das Fachgespräch am Standort Bielefeld organisiert. Gastgeber war das Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) der Universität Bielefeld.

Die etwa 25 Teilnehmer freuten sich über interessante Vorträge zum Thema. Nach einer Begrüßung sprach Chris Douglass, Geschäftsführer Deutschland der Visual Components GmbH, über aktuelle Entwicklungen in der Robotersimulation. Gastgeber Dr. Sebastian Wrede (CoR-Lab) zeigte anschließend den simulationsgestützten Entwurf kooperativer Robotikanwendungen anhand von Beispielen aus der Praxis. Den Abschlussvortrag hielt Roland Behrens vom Fraunhofer IFF Magdeburg über neue Werkzeuge und Methoden für die zuverlässige Planung von sicheren MRK-Applikationen.

Die Kaffeepause im MMI-Transferlabor wurde für Live-Demonstrationen genutzt.

Die Veranstaltung gab den Teilnehmern auch reichlich Gelegenheit ins Gespräch zu kommen. Beim gemütlichen Get-Together im Kommunikationsbereich des CITEC ebenso wie bei Kaffee und Kuchen im MMI-Transferlabor des CoR-Labs. Hier gab es spannende Demonstratoren aus Industriekooperationen zu entdecken, die von wissenschaftlichen Mitarbeitern des CITEC und CoR-Lab vorgeführt und erklärt wurden. Michael Wojtynek präsentierte das Kooperationsprojekt „autoLabel“, durchgeführt mit der Firma MINDA Industrieanlagen GmbH, welches eine automatisierte Produktion in einem gemeinsamen Arbeitsbereich von Mensch und Roboter untersucht. Das simulationsbasierte Einrichten einer Produktionsmaschine und die flexible Montage mit Hilfe eines kollaborativen Roboters wurde an einem Demonstrator des BMBF Verbundprojekts „itsowl-FlexiMiR“ vorgestellt, der in Kooperation zwischen der HARTING Applied Technologies und dem CoR-Lab entwickelt worden ist. Henri Neumann und Vitalij Hooge führten den virtuellen Arbeitsplatz aus unserem Umsetzungsprojekt Digitalisierung in der Montage vor und zeigten, wie sich Arbeitsplätze und Assistenzsysteme in der virtuellen Realität erleben, planen und testen lassen.

So konnten wir die Teilnehmer am Abend mit einem guten Gefühl verabschieden. Ein Tag voller anregender Diskussionen, interessanter Fachvorträge und vielen Kontaktmöglichkeiten lag hinter uns

Kontakt: Philippe Geisler, pgeisler@cit-ec.uni-bielefeld.de

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