Fünf auf einen Streich – neue Transferprojekte im Rheinland

Die Umsetzung neuer und spannender Digitalisierungsprojekte im Rheinland geht in die nächste Runde. Im Laufe der letzten beiden Monate starteten gleich fünf Projekt mit inhaltlich sehr unterschiedlichen Ausprägungen und Anforderungen. Über drei der Projekte möchten wir Ihnen heute berichten.

In den Projektteams werden sich die beteiligten Unternehmen in den kommenden Monaten zusammen mit den Fachexperten von Digital in NRW - vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 und der Digitalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) - Fragestellungen widmen, die in ihrer Vergleichbarkeit später auch als Referenz für andere KMU dienen. Die folgenden Projektvorstellungen geben einen ersten Einblick in die „digitalen Themen“. In den kommenden Wochen halten wir Sie mit unserem Newsletter und der Website über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

 

Digitalisierung im Wald –
Roboter-gestützte Brennholz-Palettierung

Fa. Eifelbrennholz ist Hersteller und Lieferant für Brennholz und Kaminholz im Großraum Aachen/Köln/Euskirchen und deckt die kompletten Prozessabschnitte der Brennholzproduktion ab. Kunden sind aktuell nur private Haushalte. Ein Business-to-Business Absatz an Großkunden, wie bspw. örtlich ansässige Baumärkte, kann nicht erfolgen, da hierbei ausschließlich palettiertes Brennholz gefragt ist. Die Brennholz-Palettierung ist aktuell mit enormen manuellen, zeitlichem Aufwand verbunden, der mit hohen Personalkosten einhergeht. Dies führt dazu, dass die Fa. Eifelbrennholz, wie auch andere Brennholzanbieter, gegenüber Wettbewerbern aus dem Ausland nicht konkurrenzfähig sind. Eine Erhöhung des Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad würde also die Wirtschaftlichkeit und damit die Zukunft des Unternehmens sichern.

Diesem übergeordneten Ziel folgt der Projektgedanke - die Realisierung einer kostengünstigen und autonomen Pick-&-Place-Anwendung zur Erschließung neuer Kundensegmente.  Im Klartext: Auf Basis verfügbarer Technologien wird eine Roboter-gestützten Lösung für die autonome Palettierung von Scheitholz entwickelt und bei Eifelbrennholz erprobt. Das Vorhaben ist bereits gestartet soll voraussichtlich bis Mitte 2018 andauern.

 

Mehr als nur „Milchschaum-Schläger“ –
Internet of Things-Anbindung für Endgeräte

Zur Erschließung umfangreicher Ressourcen, wie Speicher oder Rechenkapazität, sowie zum Aufbau neuer Geschäftsmodelle ist eine Cloud-Konnektivität von technischen Endgeräten immer stärker im Fokus von Digitalisierungsstrategien. Was jedoch fehlt ist eine methodische Vorgehensweise für den Mittelstand als Vorlage für eigene technische Anbindungen in Kombination mit Endkundenanwendungen.

Die Entwicklung eines Architekturkonzepts und die Umsetzung einer Internet of Things-Anbindung für industrielle Endgeräte bilden daher das Ziel eines Transferprojekts des Kompetenzzentrums mit der Übermorgen Innovations GmbH. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Aachen entwickelt, fertigt und vertreibt den Übermilk, einen Milchaufschäumer für das Gastronomiegewerbe. Der Übermilk ist ein SPS-gesteuertes Endgerät mit intuitivem HMI und zahlreichen Funktionen zur getränkespezifischen Herstellung von Milchschaum.

Die Maschinendaten sollen zunächst über ein Edge-Device ausgelesen und anschließend über eine verschlüsselte Verbindung in die Cloud übertragen werden. Hier werden die Daten nach dem Prinzip „Software as a Service“ aufbereitet und ausgewertet. Zum Schluss erfolgt die Darstellung der aufbereiteten Daten, angepasst an den jeweiligen Kontext und das Zielsystem. Die Erfassung der relevanten Daten (Druck, Temperatur, Pumpenlaufzeit) ermöglicht es dem Unternehmen, Abschätzungen für ihre Wartungen (Predictive Maintenance) zu treffen. Darüber hinaus kann nun, über lokale Verbrauchsdaten hinaus, eine größere Menge an Daten visualisiert werden. Auf Basis der Verbrauchsdaten kann der Kunde außerdem neue Erkenntnisse über den Personalbedarf oder die Finanzplanung betreffend gewinnen.

Diese von Digital in NRW entwickelte Lösung bietet hohes Potenzial für Maschinenhersteller und Maschinennutzer, ihre Produktivität zu steigern. Jedoch nicht allein für diese, denn die generische Vorgehensweise sowie das begleitend erstellte Architekturkonzept stellen sicher, dass auch andere Interessenten von dem Konzept Gebrauch machen und eigene Cloud-Applikationen entwerfen können.

 

Digital unterstütze Produktionsorganisation im Maschinenbauunternehmen

Die Schiele Maschinenbau GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen im Bereich der Beschichtungstechnologie mit 62 Beschäftigten und bietet für die Holz-, Metall- und Kunststoffindustrie Maschinen für das Imprägnieren und Lackieren von Oberflächen. Die Fa. Schiele fertigt Hochtechnologieprodukte und will ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Umfeld durch ein für die kleine Firmengröße adäquat ausgelegtes Industrie 4.0-Unterstützungskonzept festigen.

Die Ausgangssituation beschreibt nur vereinzelte ERP-Zugriffe innerhalb der Produktion, woraus eine mangelnde Informationsverfügbarkeit resultiert. Liegezeiten, unklare Aufgabenverteilung und fehlende Transparenz über Prozessfortschritte und damit die aktuelle Auftragssituation sind die Folge. Mit den Fachexperten von „Digital in NRW“ sollen diese Defizite mithilfe geeigneter Industrie 4.0-Lösungen beseitigt werden. Geplant ist die Implementierung eines bedarfsgerechter ERP-Zugriffes innerhalb der Produktion für Informationsbereitstellung und -rückführung in das System. Zusätzlich wird ein geeignetes visuelles Management für eine höhere Nachvollziehbarkeit des Auftragsstatus sorgen.

Um diese Zielsetzung praktisch umzusetzen, entwickelte das Projektteam bereits eine für Schiele geeigneten Industrie 4.0-Roadmap. Als wichtige Milestones finde sich darin z. B.  das Technologiescreening und die Technologieauswahl zur Auslegung von Materialflusskonzept, die Bereitstellung/Kommissionierung sowie die Arbeitsplatzgestaltung. Ebenso sind die Konzipierung einer digital unterstützten Produktionsplanung und -steuerung sowie die Einbindung der Mitarbeiter in die Digitalisierungsentwicklungen Teilaspekte, die es zu lösen gilt. Das Projekt wird im Laufe des ersten Quartals 2018 seine – sicher erfolgreichen – Abschluss finden. Wir werden berichten …

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