Digitalisierung praxisnah „erfahren“

Industrieexkursion zu Demofabrik Aachen und Rhein-Nadel Automation GmbH (RNA)

Agile Unternehmen schaffen: Dieses Ziel unterstützt Digital in NRW und begleitet Mittelständler der Region bei der Digitalisierung. Welche Chancen diese bietet, erfuhren die Teilnehmer der „Exkursion Industrie 4.0“ Anfang Mai. Eine digitale Bustour, die in Kooperation von Digital in NRW und der Wirtschaftsförderung der Stadt Dinslaken stattfand, führte die Vertreter kleiner und mittelständischer Unternehmen zur Demonstrationsfabrik Aachen und zur Rhein-Nadel Automation GmbH (RNA).

Innovative Technik hautnah

„Wir betreiben hier nicht nur Forschung für die Bücher, sondern schaffen auch Mehrwerte für die Industrie“, erklärte Shari Wlecke, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen. Hautnah erlebte die Besuchergruppe hier, wie innovative Technik und zukunftsweisende Forschung praxisnah umgesetzt werden können: Auf 1.600 Quadratmeter Fläche bietet die Demonstrationsfabrik Einblicke in modernste Anwendungsszenarien – von der Fertigung bis zum Lager, von der Kommissionierung bis zur Montage.

Use Cases entlang der Wertschöpfungskette

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Industrie 4.0 in der Demofabrik

Insgesamt 25 Use Cases sind in der großen Halle in Betrieb, rund elf Beispiele konnten die Vertreter von Wirtschaftsförderung, Unternehmen und Banken live erleben. Von der digital aufgerüsteten Laserschneidmaschine über praktische OR-Codes und die smarte Kommissionierung mit Pick by Voice bis hin zum fahrerlosen Transportsystem und zur robotergestützten Montage – entlang der gesamten Wertschöpfungskette zeigte Shari Wlecke digitale Maßnahmen und deren Vorteile und Potenziale sowie daraus entstehende neue Geschäftsmodelle auf. „Dabei geht es nicht darum, alles zu digitalisieren, was digitalisiert werden kann“, betonte die Expertin. „Vielmehr sind es oft kleine, manchmal auch triviale Lösungen wie zum Beispiel QR-Codes, die Prozesse vereinfachen und die Produktivität steigern können. Wichtig ist, dass man anfängt.“

Praxisbeispiel Rhein Nadel Automation GmbH

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Spannende Einblicke bei RNA

Mit der Digitalisierung angefangen hat die Rhein-Nadel Automation GmbH (RNA), Hersteller von Zuführ- und Ordnungssystemen, bereits vor rund sieben Jahren mit der flächendeckenden Einführung eines durchgängigen ERP-Systems. Seitdem setzt das Aachener Familienunternehmen auf eine kontinuierliche Optimierung der Prozesse, arbeitet mit 3D-Drucktechnologie, Robotik und an einer mobilen Datenerfassung.

Türen zur Produktion geöffnet

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Innovative Zuführtechnik von RNA

Gemeinsam mit Digital in NRW hat der Sondermaschinenbauer zudem ein Transferprojekt zur automatisierten Auftragsverfolgung abgeschlossen und jetzt im Rahmen der digitalen Bustour die Türen zur Produktion geöffnet: Nach einer Unternehmenspräsentation führte Geschäftsführer Christopher Pavel die Besuchergruppe durch den vor einem Jahren rundum erneuerte und teilweise neu errichteten Firmensitz, zeigte die Fertigungshallen und brachte den interessierten Gästen die Besonderheiten bei der Entwicklung und Herstellung komplexer Zuführungssysteme und ihrer Komponenten näher.

Erfolgreiches Transferprojekt

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RNA Geschäftsführer Christopher Pavel

Auch das erfolgreiche Transferprojekt war dabei Thema. „Mit der automatisierten Nachverfolgung von Bauteilen und Komponenten erreichen wir mehr Transparenz in der Fertigung“, ist Christopher Pavel sicher, der eine Etablierung des Systems bis Ende 2019 plant. Die Voraussetzung hierzu - die Auswahl der Technologie und möglichen Dienstleister - wurden gemeinsam mit den Experten von Digital in NRW geschaffen: „Diese kompetente Unterstützung hat uns schon sehr geholfen. Alleine hätten wir das in der Form nicht stemmen können“, so der Geschäftsführer, der von der Zusammenarbeit überzeugt ist: „Ich finde es klasse, dass es so eine Initiative gibt. Das hilft uns Mittelständlern am Ende des Tages allen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

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