Westermann arbeitet an seiner digitalen Schnittstelle zum Kunden

@Digital in NRW: Digitale Modelle unterstützen die Schaltschrank-Montage

Seit anderthalb Jahren arbeiten Digital in NRW und der Schaltanlagenbauer Westermann nun zusammen. Nach der Erprobung von Tablets in der Fertigung wurden zuletzt Anreizsysteme für die Gewinnung von digitalen Modellen erarbeitet. Ende November 2018 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen.

Im Rahmen des Projektes konnte der mittelständische Schaltanlagenbauer eine eigene Digitalisierungsstrategie erstellen. Dafür erarbeitete er mit den Experten von Digital in NRW unternehmensspezifische Potenziale im Rahmen der Digitalisierung, diskutierte und priorisierte sie. Die Vision: Eine durchgängige digitale Abwicklung von Aufträgen – vom Auftragseingang bis zur Auslieferung. „Schlankere Prozesse, echtzeit-genaue Schaltpläne, schnelle und zuverlässige Lieferung – die Digitalisierung bietet enorme Möglichkeiten“, fassen Heinz-Dieter Finke und Uwe Friedrichs, Geschäftsführer bei Westermann, zusammen.

Deutlich wurde aber auch, dass die Digitalisierung nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt bei Westermann Einzug hält. „Das ist ganz typisch für kleine und mittlere Unternehmen“, erläutert Robert Joppen vom Fraunhofer IEM. „Prozesse und Strukturen – zum Beispiel in der IT – sind über Jahrzehnte gewachsen und können und sollten nicht Knall auf Fall geändert werden.“

Digitale Modelle als Grundlage

Was die Digitalisierung für die Mitarbeiter in der Schaltschrank-Montage bedeuten kann, hat Westermann bereits im letzten Jahr getestet. Bauanleitungen, die derzeit noch ausgedruckt von Hand zu Hand gehen, wurden als digitale Schaltplan-Modelle über Tablets mit in die Fertigung genommen. In den letzten Monaten ging es im Projekt hauptsächlich darum, wie die digitalen Modelle künftig möglichst einfach erstellt werden. „Die digitalen Modelle stellen die Grundlage für die folgenden IT-Systeme und sind somit essentiell für einen reibungslosen Ablauf“, so Robert Joppen. Herausforderung: Die Original-Daten und Pläne liegen beim Kunden und für diesen bedeutet es oft einen Mehraufwand, sie digital zur Verfügung zu stellen.

Das Projektteam diskutierte verschiedene Möglichkeiten, die Motivation des Kunden zur Bereitstellung der notwendigen digitalen Modelle zu erhöhen. Vorteile wie kürzere Lieferzeiten oder günstigere und fehlerfreie Produkte wurden diskutiert. Westermann wird nach Projektabschluss hier mit seinen Kunden anknüpfen und das Thema digitale Schnittstelle bei künftigen Aufträgen mitdenken.

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