Digital in NRW KI-Trainer stellen sich vor: Wir machen den Mittelstand fit für Künstliche Intelligenz!

Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde und aus den aktuellen Medien nicht mehr wegzudenken. Gerade auch für mittelständische Unternehmen bietet KI große wirtschaftliche Potenziale. Unsere KI-Trainer informieren und unterstützen gezielt den Mittelstand an den drei Standorten Aachen, Dortmund und Ostwestfalen-Lippe das Zukunftsthema KI für sich nutzbar zu machen.

Wir stellen Ihnen unsere KI-Trainer vor: Erfahren Sie mehr über die Tätigkeiten der KI-Trainer sowie ihre Meinung und Einstellung zum Zukunftsthema KI.

Dr. Sebastian von Enzberg

Foto: Fraunhofer IEM

Dr. Sebastian von Enzberg ist Gruppenleiter am Fraunhofer IEM mit dem Themenschwerpunkt Industrial Data Science. Bereits in seiner Promotion erforschte er die Anwendung von maschinellen Lernverfahren im industriellen Einsatz, insbesondere in der Produktion. Neben der Entwicklung von Verfahren beschäftigt er sich dabei mit der Untersuchung von Datenquellen, Dateninfrastruktur und die Einbettung in den Unternehmenskontext.

 

Was macht die Aufgabe als KI-Trainer für dich so reizvoll?
Mich faszinieren die Möglichkeiten von KI und was mit clever trainierten Algorithmen machbar ist. Diese Verfahren im Unternehmenskontext sinnvoll anzuwenden, ist eine große Herausforderung, die für mich den Reiz ausmacht. Außerdem ergeben sich aus den Anwendungsfällen weitere Forschungspotentiale zur Weiterentwicklung der KI-Verfahren. Das ist ein fruchtbares Spannungsfeld zwischen Forschung und Anwendung.

KI in Konzern und KMU: da liegen doch bestimmt Welten dazwischen, oder?
Die meisten KMU müssen sich bei jedem KI-Anwendungsfall genau überlegen, ob sich die Umsetzung wirklich lohnt. Ein Konzern kann natürlich in der selben Zeit ein ganzes KI-Team aufbauen. Als KI-Trainer freue ich mich Unternehmen dabei zu helfen, genau diese Lücke zu überbrücken, denn die Potentiale sind groß und der Aufbau von Kompetenzen im Unternehmen kann sich sehr schnell lohnen.

Martin Friedrich

© Fraunhofer IML

Martin Friedrich arbeitet seit 2012 im Bereich der Verkehrslogistik am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik. Er beschäftigt sich dort mit den industriellen Anwendungsfeldern von künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens. Schwerpunkte dabei sind die Einsatzmöglichkeiten von zeit- oder mengenbezogenen Prognosen durch Predictive Analytics und dem Einsatz von KI in der Distributionslogistik.

 

Warum sollte KI auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Thema sein?
KI ist ein breites Feld mit einer Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Dabei existieren nicht nur die großen Use-Cases wie zum Beispiel Autonomes Fahren, die einem hohen medialen Interesse unterliegen. Sondern es gibt auch eine Menge von Anwendungsfällen die sich direkt an den Mittelstand richten. Dabei sind die Einstiegshürden in die Thematik gering und es lassen sich schnell erste Erfolge generieren. Dabei helfen die entsprechenden Technologien den Unternehmen ihre Digitalisierungsstrategie weiter voranzutreiben und sich entsprechende Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Wie können KMU Maschinelles Lernen für sich nutzen?
Um Zugang zu dem Thema maschinelles Lernen (ML) zu bekommen, lohnt es sich für KMUs zu Beginn Use-Cases zu identifizieren, die sich einfach automatisieren lassen. Hierbei ist wichtig den Nutzen für die Mitarbeiter herauszustellen um eine allgemeine Akzeptanz und Überzeugung der Wichtigkeit von ML zu entwickeln. Dabei ist es besonders relevant darzulegen, dass es um die Unterstützung der Mitarbeiter bei seinen täglichen Aufgaben geht. Die Einsatzmöglichkeiten dafür sind vielfältig und reichen von Dokumentklassifikationen in der Auftragsannahme bis hin zur strategischen Mengenprognose in der Absatzplanung.

Jens Eickmeyer

© Fraunhofer IML

Jens Eickmeyer arbeitet seit 2014 am Fraunhofer IOSB-INA Institutsteil für industrielle Automation im Bereich des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz. Hier evaluiert er u.a. Verfahren aus dem Bereich der KI, um sie auf die Anforderungen der industriellen Partner anzupassen.

Wie kannst du KMU konkret als KI-Trainer unterstützen?
Durch meine Erfahrung in verschiedenen Technologietransferprojekten kann ich mit den Unternehmen zusammen die Potentiale in ihren Prozessen identifizieren. Darauf aufbauend biete ich ihnen auf Basis des Know-Hows des Kompetenzzentrums die Evaluation von Verfahren und Werkzeugen aus dem Bereich KI an um ihre Produktion zu verbessern. Darüber hinaus begleiten wir als Fraunhofer das Unternehmen bei der Integration der Verfahren in die Produktion.

Wie lange beschäftigt ihr euch am Fraunhofer IOSB-INA schon mit dem Thema KI?
Das Fraunhofer IOSB-INA feiert dieses Jahr 10-jähriges Bestehen. Seit acht Jahren bearbeiten wir das Thema für den Bereich der Automatisierungstechnik und integrieren die erarbeiteten Lösungen prototypisch insbesondere bei KMU.

Sait Başkaya

© WZL der RWTH Aachen

Sait Başkaya erforscht am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen (Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement) u. a. Unterstützungsmöglichkeiten der Mitarbeitenden im Arbeitsalltag des produzierenden Gewerbes durch KI-Technologien. Hiermit verfolgt er die Vision, dass Mitarbeitende nicht durch KI-Technologien ersetzt, sondern unterstützt werden sollen.

 

Wie geht ein KI-Trainer bei einer ersten KMU Anfrage vor?
Anfragen bewegen sich meist zwischen zwei Polen: Einerseits müssen wir als KI-Trainer Bedenken gegenüber KI abbauen und KMU durch geeignete Informationsformate sukzessiv mit dem Thema vertraut machen. Zum anderen relativieren wir die manchmal unverhältnismäßigen Erwartungen an KI-Technologien und stellen sie den realen Voraussetzungen im Unternehmen gegenüber.

Wo kommen KI-Technologien und -Anwendungen im Mittelstand bisher zum Einsatz?
Prinzipiell muss zwischen einer passiven und aktiven Nutzung von KI-Technologien unterschieden werden. Eine aktive Nutzung von KI liegt vor, wenn ein Unternehmen selbst KI-Technologien einsetzt, sei es durch eine Abteilung oder nur eine einzige Person. Im Gegensatz dazu erfolgt eine passive Nutzung durch beauftragte Dritte. Momentan ist die passive Nutzung bei KMU weiterverbreitet als die aktive. Dieses Verhältnis wird sich, auch bei stärkerer Verbreitung von KI, nicht wesentlich verändern, da in der Regel die passive Nutzung für die Mehrheit der KMU einen schnellen Weg darstellt. Meist kommen KI-Anwendungen für Planungstätigkeiten im mittleren bis oberen Management zum Einsatz.

 

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