„Digital in NRW hilft dem Mittelstand, wettbewerbsfähig zu bleiben“

Interview mit Christopher Pavel, Geschäftsführer der Rhein-Nadel Automation GmbH (RNA) aus Aachen

Christopher Pavel, Geschäftsführer von RNA

Die Digitalisierung hat bei der Rhein-Nadel Automation GmbH (RNA) einen hohen Stellenwert. Vor sieben Jahren begann das Familienunternehmen aus Aachen mit der Einführung eines neuen Enterprise-Ressource-Planning(ERP)-Systems, um für mehr Transparenz im Fertigungsprozess zu sorgen. Mittlerweile beschäftigt sich der Hersteller von Zuführ- und Ordnungssystemen auch mit der Etablierung von 3D-Druck und Robotik in der Produktion. Noch in diesem Jahr soll die „Automatisierte Auftragsverfolgung von Kleinladungsträgern in der Komponentenfertigung“ etabliert werden. Dieser Schritt ist das Ergebnis des gleichnamigen Transferprojekts, das RNA gemeinsam mit Digital in NRW erfolgreich abgeschlossen hat. Im Interview erzählt RNA-Geschäftsführer Christopher Pavel von den Zielen und Herausforderungen des Projekts und spricht über die Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum.

Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Digital in NRW gekommen?

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Lab-Tour am Campus Melaten in Aachen

"Ich bin Gast auf verschiedenen Veranstaltungen von Digital in NRW gewesen. Mich hat immer beeindruckt, wie engagiert die Initiative Digital in NRW auftritt, was für Vorträge organisiert werden und wie viele Möglichkeiten es gibt, um den Mittelstand zu unterstützen. Zu einer dieser Infoveranstaltung am Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen gehörte auch eine Lab-Tour am Campus Melaten in Aachen. So ist der Erstkontakt entstanden. Wir haben Digital in NRW dann eingeladen, sich unsere Produktion anzuschauen. Wir fanden das, was während der Lab-Tour gezeigt wurde, sehr spannend. Nach dem Unternehmensbesuch haben wir gemeinsam mit Digital in NRW einen Workshop zum Thema Industrie 4.0 durchgeführt. Auf dieser Basis ist dann das Transferprojekt entstanden. Das war der Beginn."

Was ist das Ziel des Transferprojekts?

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Unterwegs in der Fertigung bei RNA

"Als Sondermaschinenbauer sind die Möglichkeiten, unsere Fertigung zu digitalisieren, relativ begrenzt. Mit den Experten von Digital in NRW haben wir gemeinsam überlegt: Welche Potenziale gibt es überhaupt? Die automatisierte Verfolgung von Werkstücken und Komponenten bringt uns da einen konkreten Mehrwert. Wenn wir die Aufträge mit Hilfe von Auto-ID-Technologien lückenlos nachverfolgen können, erhöhen wir die Transparenz, verringern Liegezeiten und können den Prozess anhand der Daten auch kontinuierlich verbessern. Genau zu wissen, wo sich zum Beispiel ein gefrästes Bauteil aus der Zerspanung zurzeit befindet und zu welchem Auftrag es gehört, vereinfacht das Ganze schon sehr."

Was waren die Herausforderungen, die im Rahmen dieses Projekts gelöst werden mussten?

"Die größte Herausforderung war die richtige Auswahl der Technologie und der entsprechenden Hersteller. Da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten - zum Beispiel von RFID-Technologie bis hin zu Bluetooth Beacons. Die verschiedenen Technologien haben ja auch ihre Grenzen. Wenn man z. B. die Einzelteile mit Beacons ausstattet, diese aber in einer Kiste übereinander liegen, funktioniert es gegebenenfalls schon nicht mehr richtig.

Also mussten wir uns fragen: Was ist technologisch machbar und sinnvoll? Hier hat Digital in NRW Anbieter und technische Lösungen ausgewählt und ein Konzept erstellt. Natürlich hätten wir uns da auch selbst mit auseinandersetzen können. Aber das bindet auch Ressourcen. Und die Erfahrung vom Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen und Digital in NRW ist schon besonders hilfreich. Das ist deren täglich Brot, die kennen viele Anbieter aus dem Bereich und haben dann auch ganz andere Möglichkeiten für die Recherche. Das hat uns schon sehr geholfen. Wir haben eine Grundlage erhalten und können jetzt entscheiden, welchen Weg wir mit welcher Technologie und welchem Hersteller gehen möchten."

Was sind die nächsten Schritte?

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Die auto­ma­ti­sierte Teileverfol­gung in Teil des Projektes mit Digital in NRW

"Von Digital in NRW wurde der gesamte Wertstrom analysiert. Auch das war sehr hilfreich. Seit Beginn der Zusammenarbeit mit Digital in NRW haben wir unsere Prozesse auf dieser Basis kontinuierlich optimiert. Mit der daraus folgenden Prozessverbesserung konnten wir auch die Teilezuordnung leicht verbessern. Jetzt prüfen wir, welche Bereiche mit Hilfe der Technologie nachverfolgt werden sollen. Geplant ist, das Projekt noch im Laufe dieses Jahres zum Abschluss zu bringen und einzusetzen. Das ist das Ziel, das natürlich auch immer von der Auftragslage abhängig ist."

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Digital in NRW empfunden?

"Die Zusammenarbeit war super positiv. Ich finde es klasse, dass es so eine Initiative gibt. Das hilft uns Mittelständlern am Ende des Tages, um wettbewerbsfähig zu bleiben und gegen Mitbewerber aus dem Ausland zu bestehen."

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