„Digital in NRW hat uns in Sachen Digitalisierung auf einen höheren Wissensstand gehoben.“

Wolfgang Ermert, kaufmännischer Leiter der AMS GmbH, im Interview

 

Als die AMS GmbH die Zusammenarbeit mit Digital in NRW begann, hatte das Elkenrother Familienunternehmen mehr Fragen als Antworten zu Digitalisierungspotenzialen in den Bereichen interne Logistik, Wissensmanagement und Produktionssteuerung. Das Kompetenzzentrum unterstützte mit Potenzialanalysen, Workshop und einem gemeinsamen Transferprojekt zum intelligenten Materialfluss. Heute treibt der Mittelständler die Digitalisierung im Unternehmen selbstständig und kontinuierlich weiter voran. Im Interview erklärt Wolfgang Ermert, kaufmännischer Leiter der AMS GmbH, wie das Unternehmen weiterhin von den Ergebnissen der gemeinsamen Arbeit profitiert.

    1. Sie haben mit Unterstützung von Digital in NRW die Produktionssteuerung digitalisiert. Wie profitieren Sie heute von dieser Maßnahme?

      Wir fertigen Verkleidungsbleche für Metallfassaden, Zu- und Abluftsysteme oder auch Möbel und Kunstobjekte in kleiner Stückzahl, hoher Fertigungstiefe und oft unter starkem Termindruck. Um das effizient steuern zu können, brauchen wir in der Fertigung verlässliche Vorgabezeiten. Die bekommen wir über die nach der Potenzialanalyse von Digital in NRW im Unternehmen entwickelte Datenbank, die alle bisherigen Fertigungszeiten und Erfahrungswerte zusammenfasst, auswertet und zur Verfügung stellt. Seitdem haben wir viel mehr verlässliche Daten, um zu planen. Wir wissen, wie lange die Bearbeitung eines bestimmten Blechs bis zur Fertigstellung benötigt. Vor der Zusammenarbeit mit Digital in NRW hatten wir uns damit abgefunden, dass das bei Einzelfertigungen gar nicht möglich ist. Aber es funktioniert. Seit der Einführung vor drei Jahren liefert uns die Software automatisch die Werte – mit einer Trefferquote von 80 Prozent. Im Monat sparen wir auf diese Weise rund 5.000 Euro Mehrkosten ein, weil der Durchfluss in der Produktion einfach reibungsloser funktioniert. Das sind 60.000 Euro im Jahr. Die Investitionen, die wir getätigt haben, lagen bei etwa 5.000 Euro. Das ist ein Riesenbenefit.

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    3. Wo steht Ihr Unternehmen in Sachen Digitalisierung heute?

      Wir stehen sehr gut da. Ich habe letztens an einem Webinar zu Digitalisierungsprojekten teilgenommen, die von der Bundesregierung angeschoben und gefördert werden. Und dabei habe ich festgestellt: Das haben wir schon alles. Wir haben die digitale Produktionssteuerung. Wir digitalisieren unsere Eingangspost und unsere Lieferanten schicken Unterlagen nur noch digital. Zudem haben wir ein eigenes Portal etabliert, über das viele Informationen bereitstehen, die zuvor auf Zetteln herumgereicht wurden.

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    5. Gab es weitere Entwicklungen oder Prozesse, die durch die Zusammenarbeit mit Digital in NRW angestoßen wurden?

      Wir haben einfach gemerkt: Da geht noch mehr. Durch die gemeinsame Projektarbeit haben wir auch neue wissenschaftliche Aspekte und Herangehensweisen kennengelernt, die uns heute dabei helfen, eigene Lösungen zu entwickeln. Mit diesem neuen Wissen sind wir auch an Dinge herangegangen, von denen man früher eher gedacht hat: Das geht nicht. Digital in NRW hat uns quasi auf einen höheren Wissenstand in Sachen Digitalisierung gehoben. Und das hat uns bei unseren weiteren Projekten geholfen.

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    7. Welche Schritte möchten Sie in Zukunft noch gehen?

      Aktuell arbeiten wir zum Beispiel an einer Lösung mit der wir den Status unserer Baustellen weltweit festhalten und abrufen können. Über einen QR-Code sollen die Monteure den jeweiligen Stand der einzelnen Bauteile an unseren Server bei AMS übermitteln können – heruntergebrochen auf das einzelne montierte Blech. Zudem kann ich mir auch vorstellen, dass in der Fertigung noch mehr möglich ist. Da schlummert Potenzial, an das wir herangehen werden. Da bin ich sicher.

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    9. Warum sind Initiativen wie Digital in NRW für den Mittelstand so wichtig?

      Wenn es um Digitalisierung geht, denken viele Mitbewerber und andere Unternehmen: Was soll das eigentlich. Das brauche ich nicht. Das Tagesgeschäft läuft ja auch so. Die Frage ist nur, wie lange es auch ohne Digitalisierung geht. Und die Gefahr ist natürlich, dass man den Anschluss verliert. Darum bin ich froh, dass wir das anders gemacht und die Unterstützung von Digital in NRW genutzt haben. Wir haben einfach gesagt: Bitte schaut euch an, wo wir besser werden können - und dabei sind tolle Lösungen rumgekommen.

    10. Wie haben Sie die Zusammenarbeit erlebt?

Die Zusammenarbeit war hervorragend. Die Expert:innen von Digital in NRW haben nicht allein eine große Kompetenz auf ihrem Gebiet. Sie haben uns auch verstanden – und man konnte sie verstehen.  Die Kommunikation hat einfach gestimmt. Natürlich ist Digital in NRW auch wissenschaftlich unterwegs, verliert aber nie den Praxisbezug.

 

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