Interaktive Robotik

Projekt des Living Labs Bielefeld mit der Harting Applied Technologies GmbH & Co. KG

Roboter und Mensch, Seite an Seite in der Montage: Ein Bild mit gewaltiger Symbolkraft für die rasante Entwicklung im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion (MMI). Gleichwohl stellt die kollaborative und interaktive Robotik auch ganz neue Anforderungen an Entwickler und Anwender. Am Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) der Universität Bielefeld beschäftigt man sich schon lange intensiv mit den Potenzialen dieser Technologie. Das Kompetenzzentrum Digital in NRW bringt dieses Wissen aus der Forschung in den Mittelstand.

Eine der interessantesten Herausforderungen in der Arbeit von Digital in NRW ist, dass sich die Unternehmen in den unterschiedlichsten Stadien der Digitalisierung befinden. Dementsprechend breit muss das Angebot aufgestellt sein, um bedarfsgerecht mit den KMUs arbeiten zu können. Die exemplarische Zusammenarbeit mit der „Harting Applied Technologies“ GmbH zeigt, dass auch ein sehr fortschrittliches KMU von den Leistungen des Kompetenzzentrums profitieren kann. Der bereits zweimal für seine fortschrittlichen Leistungen mit dem „Excellence in Production“ (EiP) -Preis ausgezeichnete Werkzeug- und Sondermaschinenbauer trat mit spezifischen Problemstellungen aus dem Bereich interaktive Robotik an die Uni Bielefeld heran und profitierte vom Fachwissen der Experten des CoR-Lab.

Begleitung durch Digital in NRW

Ein erster Kontakt mit den Informationsangeboten von Digital in NRW wurde durch eine öffentliche Lab-Tour in den Elektronik- und MMI-Transferlaboren des Demozentrums Bielefeld hergestellt. Im persönlichen Gespräch wurden Potenziale aufgezeigt, die die interaktive Robotik im industriellen Kontext bietet. Um dieses Thema weiter zu verfolgen, wurde im gleichen Jahr ein Living-Lab im MMI-Labor des CoR-Lab organisiert, in dem zielgerichtet Fragestellungen und Methoden der interaktiven Robotik unter Berücksichtigung praxisnaher Anforderungen diskutiert und vorgestellt wurden.

„In vielen KMUs gibt es wirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten für die flexible Automatisierung von Arbeitsprozessen mit Methoden der interaktiven Robotik. Dies führt nicht zwangsläufig zu einer Vollautomatisierung, sondern soll Mitarbeiter primär von nichtwertschöpfenden und monotonen Tätigkeiten entlasten.“
Dr.-Ing. Sebastian Wrede, Gruppenleiter Cognitive Systems Engineering, CoR-Lab

Gemeinsam von aktueller Forschung profitieren

Diese einwöchige Living-Lab „Interaktive Robotik“ wurde im Dezember 2016 durchgeführt. Zusammen mit fünf Harting-Entwicklern wurden Anwendungsfälle für einfach zu konfigurierende Leichtbauroboter bspw. in der Kleinserienfertigung analysiert, Lösungsstrategien diskutiert und die Teilnehmer in die notwendigen Programmierparadigmen und Softwarewerkzeuge eingeführt. Während des Workshops wurden im Forschungsbau CITEC die Labor- und Forschungseinrichtungen des CoR-Lab als Experimentierplattform zur Verfügung gestellt. Die im Living-Lab identifizierten Fragestellungen stellen eine hervorragende Basis für neue Umsetzungs- oder weitergehende Forschungsprojekte dar.

„Das Living Lab im CoR-Lab war eine wertvolle Erfahrung für unsere Entwickler. Die interaktive und kollaborative Robotik bietet große Potenziale für unser Unternehmen. Durch das Kompetenzzentrum werden auch solche komplexen Thematiken für mittelständische Unternehmen greifbar.“
Dr.-Ing. Volker Franke, Geschäftsführer HARTING Applied Technologies

    

Inhalte des Living-Labs

  • Vermittlung relevanter Plattformen, Algorithmen und Programmiermethoden für interaktive Robotik
  • Potenzialanalyse für den Einsatz von interaktiver Robotik in der Montage
  • Praktisches Kennenlernen eines Leichtbauroboters
  • Gemeinsame Umsetzung initialer Anwendungsfälle in der Laborumgebung